Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1856)
- Date
- 1856-05-01
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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Vertheidigung der Conferenzmänner die große Mehrheit der denkenden Christen hindern, Juden zu werden. Wir machen unS wohl verdient um unseren heiligen Bund, den wir von allen ausschließlich nationalen oder trennenden Attributen befreit haben, wir haben das Judenthum vorbereitet, das ihm bestimmte Ziel, die Welt von allem, selbst dem raffinirtesten Heidenthume, wie es in der christlichen Trinität versteckt ist, zu befreien, zu erreichen; wir sind im Begriffe der Heiland aller Nationen zu werden, indem wir sie zu der Verehrung und zu dem Altare des einzig wahren Gottes führen. Und in diesem freien Lande, in welchem Staat und Kirche völlig getrennt sind, in welchem die unbeschränkteste religiöse Freiheit mit allmächtiger Gewalt herrscht, in welchem uns kein Hinderniß in den Weg gelegt wird, das siegreiche Panier des „Einzigen" zu entfalten — in diesem Lande ist es unsere heilige Pflicht, aus der lange gehegten Trägheit uns zu erheben, die alte Feigheit und Schüchternheit abzuschütteln und endlich die volle und unverhüllte Lehre und Mission unserer Religion zu predigen. Dieses ist daö System der Protestant-Juden, bei welchem wir uns den Grund nicht erklären können, warum die Beschneidung beibehalten werden soll, wenn die anderen Gesetze der Bibel für abgeschafft erklärt werden; warum der Sabbath nicht auf den Sonntag verlegt wird, da der Sabbath von der großen Majorität dieser Partei ganz und gar nicht gehalten wird, der Sabbath^welcher übervieß am meisten in unsere Geschäfte und in unseren Verkehr mit christlichen Mitbürgern störend eingreift. Allem nun entsteht die Frage: Wie viele Gemeinden sind Willens, ein solches Verfahren anzunehmen? Wie viele werden sich diesen Machtsprüchen unterwerfen und ihre Zufriedenheit mit der Abschaffung aller biblischen Zeremonien, einige wenige ausgenommen, die aus besonderer Gnade und Barmherzigkeit beibehalten werden sollen, erklären? Eine sehr kleine Minorität, in der That! DaS Erperiment ist in Europa versucht worden und gänzlich fehlgeschlagen. Die Reform, welche jetzt ein Jahrhundert zurück datirt, geht sehr langsam vorwärts, und die Baltimore- Mährchen (?) wollten nirgends gelingen. Der Konservatismus hat mehr Uebergewichc als vor 25 Jahren, und das nicht nur in Polen, dem stabilen Galizien und Ungarn, Frankreich und England, sondern selbst in dem strebenden und fortschreitenden Deutschland. Ohne Rücksicht auf die Rückschrittsprinzivien der Regierung, welche, wie wir gerne einräumen, einen mächtigen Einfluß auf die gegenwärtige Entwicklung des Judenthums üben; ohne Rücksicht auf den ungeordneten Zustand, in welchem die Verhältnisse aller Airchen und Staaten sich befinden, hat ein ernster religiöser