Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1856)
- Date
- 1856-05-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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1ZS Bericht an die Rabbiner-Conferenz Rabbiner seine eigentliche wahre Würde zu verleihen vermögen; dennoch lehrt uns die Erfahrung aller Zeiten, daß für diejenigen, die in dem Gotteshause Functionen zu verrichten hatten, eine auszeichnende Amtskleidung zur Erhöhung des Ansehens der Fungirenden als angemessen erachtet wurde. — Der Priester -Ornat, wie er in unserer Tora weitläufig beschrieben wird, hatte nach ihrer ausdrücklichen Erklärung keinen andern Zweck als ven. daß er „zur Würde und zum Schmucke" (N"!5<SN^ 1122?) der Träger desselben dienen solle. — Auch unsere alten Rabbiner bis in die neueste Zeit trugen ihre auszeichnende Amtskleidung. Die Einführung eines, wenn auch nur in den Hauptstücken gleichmäßigen Ornates für die Rabbiner und — möchte ich den Antrag erweiternd hinzufügen — für die Vorbeter, ist daher zwar eine bloS äußerliche, aber deßhalb doch nicht zu übersehende Ergänzung für die anzustrebende liturgische Einigung. Mit der Gottesverehrung in dem GotteShause steht in der innigsten Beziehung die Gottesverehrung in dem Leben, die sich vorzugsweise in der thätigen Liebe zu unseren Mitmenschen wirksam zeigen soll. Der sud 19 (6) eingebrachte Antrag bezweckt, durch die Bildung von Vereinen gegen das Bettelwesen diese thätige Liebe auf die Bahn der wirklichen Wohlthätigkeit hinzulenken. Im Talmud schon wird der vagirende Bettler .I^NON V'NNZN als ein der Unterstützung unwürdiges Individuum betrachtet, den man freilich nicht verhungern lassen könne. Die beantragte Gründung von Vereinen in dieser Richtung*) und das Zusammenwirken derselben ist daher ein Gegenstand, der der Znbetrachtnahme der Konferenz in sehr hohem Grade würdig ist. Der Antragsteller scheint die traurige Erfahrung gemacht zu haben, daß auch unwürdige Individuen von — doch gewiß nur vereinzelten — Rabbinern als würdig der Unterstützung empfohlen werden. Daß solche Leichtfertigkeit in der Ausstellung von Empfehlungs-Zeugnissen einerseits den Wohlthätigkeussinn un^ serer Religionsgenvssen eher abstumpft als belebt, anderseits dem Ansehen des Rabbinerstandes und damit seiner wohlthatigen Wirksamkeit nach dieser Richtung hin nachteilig entgegenicitt, liegt wohl klar am Tage. Absichtlich spreche ich hier von der Wahrung der Wirksamkeit des Rabbiners nach dieser Richtung hin. Denn einem etwa in augenblickliche Roth gcrathcncn Manne, der sich nicht zu helfen weiß und sich nicht entschließen *) Dergleichen Dereine haben sich in jüngster Zeit in mehreren Gemeinden und auch in der Gemeinde des Berichterstatters gebildet.