Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1856)
- Date
- 1856-05-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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134 Bericht an die Rabbiner-Confereuz besten unter den Anspielen der Konferenz und durch das Zusammenwirken ihrer Mitglieder zu Stande kommen dürfte, ist daher eine Aufgabe, deren Lösung der zugleich practischen Tenvenz der Eonferenz ganz angemessen ist. Diese Predigtsammlung, wie ich fie im Auge habe, soll sich über das ganze israelitische Religionsgebiet erstrecken. Sie soll daher für Eine Sidra stets mehrere Predigten enthalten und dadurch zugleich der jährlichen Wiederholung desselben Gegenstandes vorbeugen. Mit dem Zustandebringen einer solchen Sammlung würden dann nach meiner unmaßgeblichen Ansicht zugleich auch die Anträge sud 8 (Abfassung eines Buches, hebräisch und deutsch, zum Vorlesen bei religiösen Zusammenkünften) und sab 15 (Bearbeitung des religiösen Ceremoniells im Hause und Leben) ihre Erledigung finden. Denn — anlangend den zuerst erwähnten Antrag — so genügt gewiß eine religiöse Betrachtung, mag sie nun in oder — namentlich in der kälteren Jahreszeit — außer dem Gotteshause, in Chebros, vorgetragen werden zur Befriedigung des geistigen Bedürfnisses. Wenn aber in diesem Antrage, wie es scheint, Werth darauf gelegt wird, daß der deutsche Dortrag die Übersetzung des den Zuhörern auch in der hebräischen Sprache vorzutragenden sein solle, so scheint mir dieses Verlangen auf einem Mißverständnisse zu beruhen. Nach meiner Erfahrung hängt der religiös gesinnte Landmann, der natürlich auch in den Städten seine Gesinnungsgenossen hat, darum an den Vorträgen aus den hebräisch abgefaßten ascetischen Schriften weil ihm in diesen in der Regel eine Welt geöffnet wird, in welcher er heimisch ist. Hier wird ihm dargeboten, wovon er im Leben Anwendung machen kann, und hier werden Saiten angeschlagen, die in seinem Gemüthe ergreifend wiederballen. Man liefere deutsche Werke, die in gewandter Weise an die Begriffe und Vorstellungen anzuknüpfen verstehen, die in diesen Kreisen gang und gäbe sind, die dem Hörer einen Stoff liefern, den er mitnehmen kann nach Hause, in das Leben, und — eS ist kein Zweifel — sie werden sich dieselbe Anhänglichkeit erwerben, wie die hebräischen. Ein Unterschied besteht nur — zwischen einem unverständlichen Vortrag auS einem hebräisch abgefaßten und einem unverständlichen Vortrag aus einem in deutscher Sprache abgefaßten Buche: indem man bei jenem daS Anhören der geweiheten Sprache als etwas verdienstliches betrachtet und dabei aushält und sogar darüber einschläft, während man bei diesem auf und davon gehet. — In gleicher Weise hätten deutsche Gebete und Gesänge längst eine größere Verbreuung gefunden, wenn sie nicht einerseits einem großen