Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1856)
- Date
- 1856-05-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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zu Gieße». ISS häuslichen Feier eine gewisse religiöse Färbung;u geben. Daß aber diese Namengebung aus der Zvnagoge verschwunden ist und sich in den häuslichen Kreis zurückgezogen hat. davon ist aller Wahrscheinlichkeit nach das erwähnte ILesponsriin deS Steinhart, der bekanntlich eine ansehnliche Mische Autorität des vorigen Jahrhunderts war, die unschuldige Ursache. Denn-St-erklärt in. demselben, daß derjenige, der die Namengebung des Neugeborenen in der Synagoge unterlasse und sich mit der Namengebung im Hause begnüge, damit durchaus keine Pflicht verletze Nachdem man durch diesen Ausspruch in seinem Gewissen beruhigt war, daß man mit dem Aufgeben dieser religiösen Sitte keine Pflicht verletze, erging es dieser Doppelseier, wie es jeder andern unter gleichen Umständen ergeht: die Eine, weniger eindrucksvolle, schwindet allmälig geräuschlos dahin, um der anderen ansprechenden den Platz ausschließlich einzuräumen. tEs ist dieß — beiläufig bemerkt — eine Scbre, die bei der Einführung von Verbesserungen auf dem religiösen Gebiete?on nicht geringer Wichtigkeit ist.) Heutzutage hat die häusliche Namengebung aus Gründen, deren Auseinandersetzung hier zu weit führen würde, fast allenthalben ausgehört. Das Wiedereinführen der feierlichen Namengebung in der Synagoge ist daher nicht nur durch sich selber, sondern auch historisch vollkommen gerechtfertigt. Ich komme nunmehr zu dem eigentliche? Gegenstände meines Berichtes. Da die Conferenz — gewiß mit Recht — vor Allem die öffentliche Gottesverehrung in das Auge gefaßt hat, nm hier wo möglich ein Werk der Einigung?u gründen; so dürfte sie, zur Vervollständigung dieser ihrer ersten Aufgabe, die sie sich gestellt hat, ihre Aufmerksamkeit zunächst auf den Antrag!7. lenken, nämlich auf die B earbeitung eines geeigneten Predigtbuches für Gemeinden, die des Rabbiners entbehren. — Wohl haben wir bereits viele Previgtsammlungen und dal unter — trotzdem daß dieses homiletische Gebiet erst seit einigen Jahrzehnten in Israel angebaut wird — ausgezeichnete; aber erstens ist mir wenigstens nicht einmal eine einzige Sammlung bekannt, d»> sich über alle Zidra's erstreckt. Iwlitevs sind die erschienenen Predigten in der Regel in größeren Gemeinden gehalten und daher rücksichtlick der Diction sowohln?ie der Anschauungsweise meistens nicht populär genug für Landgemeinden sund diese sind es doch, um welche es sich hier vorzugsweise handelt), um dort auck nur verstanden zn werden. Tie Ausarbeitung einer in der Weise des Midrasch über Die sämmtkichen Sivra's sich erstreckende Predigtfammlunz, die Vielleicht am