Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1856)
- Date
- 1856-05-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Bericht an die Rabbiner-Eonferenz 1. Bearbeitung eines geeigneten Predigtbuches für Gemeinden, die deS Rabbiners ermangeln (Antrag 17.) 2. Abfassung eineS Buches, hebräisch und deutsch, zum Vorlesen (Lernen) bei religiösen Zusammenkünften, Lkebrotk (Antrag 8). 3. Bearbeitung des religiösen Ceremoniells in Haus und Leben (Antrag 15). 4. Catechisation für die conkrmirte Zugend betr. f10). 5. Einrichtung einer gleichmäßigen Amtskleidung (Ornat) für die Rabbiner (14). 6. Bildung von Vereinen gegen das jüdische Bettel- Wesen :c. (19). 7. Behandlung der Vorschriften über 1122 (II). 8. Ausarbeitung eines geeigneten Leitfadens beim Eonfirmanden-Unterrichte (12). 9. Bearbeitung eines geeigneten Religionsbuches für israelitische Elementarschulen (18). lt). Ausarbeitung einer Geschichte der „Minhagim" (22). Möge mir jedoch die ehrwürdige Versammlung rücksichtlich deS neunten, bei der ersten Konferenz gestellten Antrags in Betreff der Einrichtung einer Feierlichkeit in der Synagoge zur Namensnennung derNeugebornen bei Aussegnung der Wöchnerinnen die Bemerkung erlauben, daß gemäß einem Gutachten deS sel. Joseph Steinhart, im vorigen Jahrhundert Rabbiner zu Fürth, die Verkündigung des bürgerlichen Namens (NONZ)N VN) des neugebornenAnaben oderMädchens bei Gelegenheit des für die Wöchnerin und das Kind üblichen Segen in den Synagogen Deutschlands und Polens eine alte religiöse Sitte war. Neben dieser Namenqebung in der Svnagoge her ging auch die häusliche Feier, die nach der Angabe Steinharts darin bestand, daß je nach dem Geschlechte des Neugeborenen, die Knaben oder Mädchen, sammt den Verwandten und Freunden in dem Hause der Wöchnerin nach dem Mitwgstisch sich versammelten, die Wiege mit dem darin liegenden Neugeborenen dreimal in die Höhe hoben und dabei den Namen desselben taut ausriesen." Von dabei zu recitirenden Bibelversen, wie dieS in unserer Zeit üblich war, weiß jedoch Steinhart nichts. Diese scheinen erst im Laufe des letzten Jahrhunderts, nachdem die Namengebung nicht mehr in der Synagoge sondern bloS in dem Hause statt fand, in Uebung gekommen zu sein, um dieser