Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 4 (April 1856)
- Date
- 1856-04-01
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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R10 Die jüdischen Aerzte Allem der leitende Grundsatz der Fuhrer dieser Partei hier zu Lande ist: «»Laßt die Leute gehen! lenket ihre Aufmerksamkeit »icht auf diese Widersprüche; kläret sie nicht über diesen Gegenstand auf, eS wird nur zu endlosen kontroversen, Verwirrungen «ad Spaltungen führen, ohne eine befriedigende Lösung dieses verwickelten Problems zu Stande zu bringen. Aber der Prophet sagt schon: Sie sprechen von Frieden, Frieden, wo kein Friede ist*)." (Fortsetzung folgt.) «S. Die jüdischen Aerzte aus Frankfurts Vergangenheit. Bon vr C a r m o! y. Seit dem füntzehnten Jahrhundert nimmt die jüdische Gemeinde in Frankfurt am Main eine bedeutende Stellung in der Geschichte der Juden ein. Borher war diese Gemeinde kaum in den israelitischen Annalen erwähnt. Die Begebenheiten der fünf Jahrhunderte verdienen aufgezeichnet;u werden. Seit Schudt'S jüdischen Merkwürdigkeiten, ein Monument der Gemeinheit und Bosheit, gibt eS keine Schrift, die etwas Genaues über diesen Gegenstand enthielte. Die Ursache dieses Verhältnisses scheint von dem Mangel an Hilfsquellen Herzuruhren, dann auch von der *1 Diesen Ausspruch des Provbeten batten die Mitglieder der Confereuz beherzigen sollen, ehe sie ihre Platform in Vorschlag brachten und;um Beschluß erhoben. Um des lieben Friedens Witten, oder was auf dasselbe hinausläuft, um die Einhnt.unter den Israeliten Amerika s zu erhalten, habe» die Reformers ihren Hegnern so viel, ja man kann sagen Alles nachgegeben und ihr? frühere?: G'.undsähe verläugnet. Haben sie aber ihren Zweck erreicht? Nichts weniger als das. Wenn eS früher zwei Parteien gegeben hat. die des Fortschrittes und des Stillstandes, so ist jetzt jede dieser Parteieu wieder unter sich getrennt uns gespalten, und überall nichts als Strett, Gehässigkeit und Verdächtigung. Die Rabbiner-Versammlungen in Deutschland dab-n zwar auch keinen Frieden und keine Einheit zu Stande gebracht; aller, sie waren kch dessen im Voraus bewußt, daß sie eS ruckt Allen recht «ach«» tonnten, und hielten daher auch nicht mit ihren Ansichten hinter dem Berz. Und sind auch ihre Beschlüsse noch wenig inS Volk eingedrungen, so iK einerseits der herrschende JndifferentiSmus, andrerseits der Umstand daran Schuld, daß unsere Zeit für eine durchgreifende Reform noch nicht reif geist. Keinesfalls haben sie die Spalwng vergrößert, oder den Riß er-