Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 4 (April 1856)
- Date
- 1856-04-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Der neue Ritus im Tempel „Lnumu-L!« deSdiensteS wird nicht gesprochen; dasselbe kommt nur einmal und zwar am Schlüsse, als Kaddisch der Trauerhabenden vor («'p'"« ^7jN *?dN«N ^7!?). Wir können diese Reform nur theilweise billigen, indem wir sowohl die zu häufige Wiederholung alS^die gänzliche Entfernung des Kaddisch aus der Mitte des Gottesdienstes der Bedeutung dieses Gebetes unangemessen finden. An dem darauf folgenden „Schema" mit seinen Benediktionen ist nichts Wesentliches geändert. Es sei uns hier jedoch in Betreff der Uebersetzunz von „^äonai eekaä" (tke I^orä Ls one) eine Bemerkung erlaubt. „Der Herr ist einzig" gibt die Grundbedeutung des Hebräischen nicht wieder, indem das ewige, unveränderliche Sein in unseren höchsten, ersten, gewissermaßen einzigen Glaudenssatz nothwendig gehört. DaS hebräische »^äonai" ist nur ein Vehikel, um die Bussprache des Gottesnamens zu vermeiden. In der Uebersetzunz muß daher nicht das stellvertretende, sondern das Urwort wiedergegeben werden. Die Abkürzung von NOtt ist löblich; auch hätte wegbleiben sollen. Zum Schlüsse von ist die alltägliche Schlußformel auch für die Festtage hingestellt. Dieß erweckt beseelen Synagogenbesuchern ein werktägiges Gefühl, waS man vermeiden sollte. Die Nemmng „Jerusalems" in der üblichen Festtagsformel durfte nicht vor der Aufnahme zurückschraken. Man muß bei der Ausscheidung dieser alten Namen, an deren tiefgehenden Wurzeln die heiligsten Gefühle und tausendjährige Erinnerungen haften, sehr behutsam vorgehen. Sobald im Gebetbuche mit Entschiedenheit und Konsequenz die höhere mesflanische Idee durchgeführt und alles ihr separatistisch Widerstrebende ausgemerzt ist. so sind symbolische Collectivbegriffe, zur Ueberlettung deS religiösen Gefühles aus dem Alten in daS Neüe7 nicht nur nicht schädlich, sondern im hohen Grade heilsam und empfehlenSwerch. Die „Kirche" hat das sehr wohl begriffen; Namen, wie „Israel". „Zton", „Jerusalem", spielen da eine Haupt rolle; wir aber brauchen und dürfen unS Namen nicht nehmen lassen, auf die wir den gegründetsten Anspruch - haben. Za, selbst buchstäblich aufgefaßt, widerstrebt die Verherrlichung Zeru-