Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 4 (April 1856)
- Date
- 1856-04-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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98 Der neue Ritus im Tempel „Kmsvn-N'" leSUa^ der Schwestergcmeinde zu New-?7)ork zu unserer Freude unS entgegentrat. — Wir reden zuerst, unter Würdigung des Grundsatzes: 21V VZ?V „besser wenig mit, als viel ohne Andacht," von dem mäßigen Umfange des Büches. Dasselbe ist herrlich ausgestattet, auf starkem weißen Velin, Nein Oktav, splendid gedruckt, und bietet uns auf 300 Seiten, wovon die Hälfte auf die links gegenüber gegebene englische Ueberseyung kommt, den vollständigen »Li^ur" des ganzen Jahres, wobei nur für den Versöhnungstag noch eine besondere Abtheilunz in Aussicht gestellt ist. Rechnet man dazu noch, daß die Tora Lectionen für alle Festtage mit aufgenommen wurden und allein 50 Seiten ausfüllen, dazu den ferneren Umstand, daß die sich bei den verschiedenen Gebeten wiederholenden Benedictionen (MNINdN TWIVttl N1^2) immer aufs Neue mit aufgeführt sind, so wird man leicht ermessen, welche bedeutende Reductionen mußten stattgefunden haben, um dieses günstige Resultat;u erzielen. Wir nennen es, wenn auch nicht mit allen Mitteln, die dazu fährten, einverstanden, doch deS löblichen Zweckes wegen ein günstiges. Denn daS Erste, worauf eine gründliche Reform hinzielen muß, ist, nicht eine Kürzung der herkömmlichen Dauer des Gottesdienstes, sondern der herkömmlichen Gebete womit diese Dauer ausgefüllt zu werden pflegte. Ein Eultus, der eine ganze Bibliothek in Anspruch nimmt, schwerfällige Folianten, zahlreiche Bände — Odumesei,, leLi!», -Dicke 7e6Ü5, ^?Lod:notk-?^n?.^ INntnk-Buch. KeNekotk-Buch, und acht Bände Zlaeksor — ein solcher Eultus trägt seine Schäden schon durch diese äußere Erscheinung seiner Gebetbücher deutlich genug zur Schau. Auch hier ist der Hamburger Tempel mit nachahmungswürdigem Beispiele vorangegangen, indem er die Gebete des ganzen Jahres in ein Buch von mäßigem Umfange zusammenstellte, so daß der Synagogenbesucher indem Gebetbuche, begleitet von dem Gesangbuch, wozu allerdings noch, für die betreffenden Lectionen, eine Bibel gehört. Alles hat, was ihm für das ganze Zahr gotteSdienstlich nöthig ist. Wir erachten aber auch dieses noch für belästigend, unv meinen, daß die Gesänge, in nicht zu großer Anzahl, dem