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Der israelitische Volkslehrer · 1856-04-01 · Heft 4 (April 1856) · page 6

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
5 (1856)
Issue
Heft 4 (April 1856)
Date
1856-04-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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94 AuS dem GottlShause ßeren Arbeiten einen kurzen Auszug liefern und zu diesen, beziehungsweise noch immer längern Bekenntnissen möglichst kurze von sämmtlichen Kindern hinzugefügt werden, so daß der ganze Sprechaktus nicht über eine Stunde dauere. Aber auch dieses kurze Zeitmaß schien vielen noch zu lang, und es tauchten Zweifel und Bedenken auf, ob es nicht gerathener wäre, durch einige Fragen des Predigers, welche die Kinder mit wenigen Worten bejahend beantworteten, Bekenntniß und Gelübde aus dem Munde der Kin^ der zu gewinnen und allen Zeitaufwand zu ersparen. Die bei der jüngsten Konfirmation gehaltene Predigt hat eine Berührung dieser Zweifel und Bedenken nicht gut umgehen können. Durch ein freies Gelübde in der Glaubenstreue und in der Pflichterfüllung sich selbst zu ermannen und zu ermuntern, ist jüdischer, acht judischer Geist, von Bibel und Tradirion unterstützt*). „Gelübde sind ein Zaun gegen Nebertretung." ist ein Ausspruch der ältesten Mischnah. Aber Bekenntniß und Gelübde in eines Menschen Hand niederlegen, würde den zarten Charakter der jüdischen Konfirmation alteriren und ihr ein christliches Colorit geben, das ihre Reinheit trübte. Ein anderes ist es, die Kinder sich gegen Gott ausstreichen lassen, und wieder ein Anderes, wenn sie von dem, was sie in diesem Momente gegen Gott fühlen, einem Menschen die Versicherung geben. Der Charakter des Gebetes leidet darunter, so ein Dritter sich dazwischen drängt. Die Previgt stellte sich daher die Frage: Wem gilt unsere Einsegnungsfeier? und gab die Antwort: Vor Allem den Kindern selbst, zweitens den Eltern, Verwandten und Freunden der Kinder, und endlich drittens der ganzen Gemeinde. Eine vierte Kategorie wußte sie nicht zu nennen. „Für die Schaulust und die Neugier hätten wir kein Plätzchen übrig in diesem Hause. Wessen Herz nicht voller Theilnahme, wie der Wassertropfen am Eimer, an den Lippen unserer Kinder hanget, wenn diese sich öffnen, um Bekenntniß und Zeugniß vor Gott abzulegen, der thue besser, von der *) Vgl. Rundschau d. Heftes, Wi es baden, sowie die folg. Nachschr. Die Red.

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