Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 4 (April 1856)
- Date
- 1856-04-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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SS Aus dem Gotteshause derselben zerstören. Namentlich sollte die jüdische Konfirmation, anreihend an die ,var-Mnva-Feier," nicht zu entfernt von deren herkömmlichem Zeitpunkte gesetzt werden; denn obgleich das dreizehnte Lebensjahr in unseren Ländern für die Konfirmation —als etwa? verfrüht erscheint, so ist doch gewiß um diese Zeit schon mehr reifes Denken, als im 16. oder 17. Lebensjahre noch kindlicher Sinn vorhanden. UebergangSfeier aber aus der Kindheit znr Augend — das ist und bleibt die wahre Bedeutung der israelitischen Confirmation. «5»-- «R Aus dem Gotteshause der jüdischen Reform- Gemeinde zu Berlin Die jüngste Confirmation betreffend. (Eingesendet.) Heute (2. April) vor zehn Jahren ist unsere Religionsschule feierlich eröffnet worden. Im klaren Bewußtsein, daß diese eine Vorhalle des Gotteshauses sei und daß die dort *) Als wir den im vorliegenden Artikel behandelten Gegenstand mit einem Freunde besprachen, s^ machte er uns auf eine Stelle in Jean Pauls l.«vAvA, die er soeben gelesen, aufmerksam, die so ganz dasselbe ausdrückt, was wir oben dargestellt. Jean Paul spricht, am Ende des zweiten Bruchstückes feine? trefstichen Erzi-Hnn^l^hr^.. von dem Zeitpunkte der Confirmation als von der „schönen Frühlingszeit der religiösen Aufnahme des Kindes unter Erwachsene — eine so wichtige, da eS vor dem Altare zum erstenmale öffentlich und mit allen Rechten eines Ich auftritt und forthandelt;» — er spricht von ihr, als »von einer einzigen Zeit, wo plötzlich das dämmernde Leben in ein Morgenroth ausbricht, und dadurch das Neue der Liebe und der Natur verkündigt." — Kurz vorher heißt eS: „Wenn Rousseau Gott, und folglich Religion, erst als die späte Erbschaft eines mündigen Alters aushändigt : so kann er — ausgenommen bei großen Sehlen —sonst nickt mehr religiöse Begeisterung und Liebe davon erwarten, als ein pariser Bater kindliche, der nach der Sitte einiger Völker einem Sohne nicht eher erscheint, als bis er keinen Vater mehr braucht. Wann könnte denn schöner das Heiligste einwurzeln, als in der heiligsten Zeit der Unschuld, oder wann das, was ewig wirken sott, als in der nämlichen, die nie vergißt? Nicht die Wolken des Vor- oder Nachmittags, sondern entweder das Gewülte oder die Bläue des Morgens entscheiden über den Werth des Tages.« - Wir freuen uns des Zeugnisses dieses Schriftstellers für unsere Anficht ganz besonders,er unter den deutschen Schriftstellern der Neuzeit, al« der religiöseste Dichter bezeichnet werven darf.