Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 3 (März 1856)
- Date
- 1856-03-01
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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zur Beseitigung der Chaliza. 79 nicht auf gültige Weise abgeschlossen worden, viel einfacher ist, indem dann nicht bei jeder Ehe besonders, (oder gar 7M'21 71^2 eine ausdrückliche Bedingung nothwendig wird. Auf den Ruhm der Originalität kann der Antrag des vr. Lilienthal keinesfalls Anspruch wachen, indem man früher schon, und zwar diesseits des Atlantischen Ozeans, auf dieses Auskunftsmittel gerathen ist, um die Zeremonie der Chaliza zu beseitigen. So ertheilt unser verebner Freund und College, Herr Rabbiner Rosenfeld zu Bamberg, seit mehreren Iahren schon immer „Ki66use!nn al tvai," weil gar häufig der eine Bruder hier in Europa, der andere hingegen in Amerika sich aufhält. Allein wenn auch dieses Auskunftsmittel dem Buchstaben des rabbinischen Gesetzes en:sprechen mag. so liegt doch gewiß eine grobe Verletzung des sittlichen Gefühls darin, so wie nicht minder eine Herabwürdigung des heiligen Institutes der Eh? selbst, wenn man den Leuten bei Eingehung derselben sagt: „Euere Ehe ist für den Fall von vornherein ungültig, wenn der Mann kinderlos stirbt, mit Hinterlassung eines nicht aufzufindenden oder in Amerika lebenden Bruders, und ihr lebet dann folgerecht (?) im Eon cubi na t." Nach den Ansichten des Talmuds, dessen Begriffe von der Ehe und von der Würde des weiblichen Geschlechtes, wie die des Orients überhaupt, sehr niedrig waren*), war allerdings ein solches bedingungsweise eingegangenes Ehebündniß nicht auffallend. Der Talmud erklärt sich über das allenfatlsige Concubinat ganz naiv (vgl. oben Anm. 2.: ^NPV IttLP ^ill^P Ott 171^^2^? 5)2-» Ntt^2 Ottl1"2 ^IN'? M2s und es fällt ihm gar nicht ein, daß er damit etwas Anstößiges, das sittliche Gefühl tief Verletzendes gesagt habe. Nicht so die späteren, im Occident lebenden Rabbinen. Diese fühlen schon daS Mißliche der „kiääuZetun al tnui,^ und winden und drehen sich, um den gehässigen Vorwurf des ConcubinatS von derselben abzuwälzen^*). Wir tounen Dieses nicht unbedingt zugeben Legaliter stellt der Talmuv allerdings das Weib sehr lies; ethisch aber erkannte er dessen hohe Bedeutung für daS HanS an, stand er weit über der orientalischen Anschauung, wie solches aus vielen Stellen der „äxA<ta," namentlich aber aus dem Umstände hervorgeht, daß die Talmueisten alle in Monogamie lebten. — Red. **) So erhebt der selbst an dem angeführten Orte den Einwurf: 1^12? TN NN 5"d<, und behilft sich mit ver subtilen Unterscheidung TN 02' '227 ^S51V 'NN'! MVV 7 T^'ZN N!