Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 3 (März 1856)
- Date
- 1856-03-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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78 Zwei neue Vorschläge War, wo die Familien zusammen in den Ghettos wohnten, da war der Schwager immer bei der Hand, jene düstere Zeremonie Pt vollziehen, und es wurde keine Besorgniß rege, daß dieselbe daS Unglück so vieler Frauen veranlassen könnte. Allein jetzt, wo Dampfboote und Eisenbahnen die Reisenden mit der größten Schnelligkeit und Behaglichkeit in die entferntesten Winkel des Erdkreises führen; wo ein Theil der Familie in Europa sich aufhält, während der andere in Amerika sich niedergelassen hat, beide vielleicht nicht vom Glück begünstigt, um in vorkommendem Falle die Kosten der weiten Reise zu bestreiten, muß die Anzahl jener Wittwen nothwendig wachsen, und es soll und muß etwas geschehen, um dem bestehenden Uebel " nate diesen wichtigen Gegenstand in ernsthafte Erwägung gezogen und wir kamen zu dem Schlüsse, daß, wcnn ein wirksames Heilmittel angewendet werden sollte, es auf talmudische und rabbinische Autorität, gegen welche selbst der onhodoreste Jude nichts einwenden könme, basirt werden müßte. Ich bemerkte also meinem gelehrten Freunde, daß ich in dem Buche „loratli Nelltauel,- welches ich besitze, ein Gutachten gefunden habe, welches dem Zwecke entsprechen würve, und wir beschlossen ven Gegenstand vor die Konferenz in Cleveland zu bringen. Rev. Or. Wise machte in einer an dre Konferenz gerichteten Rede aus das Gutachten aufmerksam, und ich stellte in jener Versammlung den Antrag: „In der Absicht die Zahl der „^Auuotk« zu vec- -----„mindern und um die Chaliza, der Meinung des »'to- „ratk Retkanel^ gemäß, ganz und gar zu beseitigen, möge „als allgemeine Regel „lciääuZetun al-?ua!" (beding- - „ungswetse Eheschließungen) eingeführt werden." WaS die Konferenz auf diesen Anrrag beschlossen hat, das theilt uns vr. Lilienthal nicht mit, dagegen aber läßt er den Inhalt der fraglichen Abhandlung wie er sich in der Fürther Ausgabe von 1784. pa^. 20 Kap. 36 findet, m extenso folgen. Wir glauben hier dieses, wie das darauf folgende ausführliche hebräische Formular deS ^ö^ Trauung auszufertigenden Instrumentes füglich übergehen zu dürfen, der Dorschlag selbst aber, die »kiädusekin al tnai^ (bedingungsweise Eheschließung) als allgemeine Regel einzuführen, gibt uns zu folgenden Bemerkungen Veranlassung. Derselbe fällt so ziemlich mit dem oben erwähnten ersten Vorschlage des Or. Mensor zusammen, nur daß dieser, welcher einen übereinstimmenden Beschluß der Rab- ------binen verlangt, nach welchem solche Ehen, in denen der Mann kinderlos stirbt, so .angesehen werden sollen, als wären sie gar