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Der israelitische Volkslehrer · 1856-03-01 · Heft 3 (März 1856) · page 19

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
5 (1856)
Issue
Heft 3 (März 1856)
Date
1856-03-01
Page
– (sequence 19)
Language
German
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zur Beseitigung der Shaliza. 77 werden sollen, unseren Beifall versagen müssen, so stimmen wir dem zweiten Vorschläge um so bereitwilliger bei bezweifeln aber stark, daß derselbe, da er auf rationeller Auslegung deS mosaischen Gesetzes beruht, dem Beifall derjenigen, welche auf demselben Standtpnnkte, wie Rev. I)r. Mensor stehen, und an dem Buchstaben des mosaischen Gesetzes nicht nur, sondern auch an dem Buchstaben des talmudischen und rabbinischen Gesetzes kleben, erhalten werde. In einer späteren Nummer des „Zsraelite" macht Rev. vr Lilienthal von Cincinatt einen rabbinschen Vorschlag die Chaliza abzuschaffen. Er beginnt damit, das Lästige und Drückende dieser Zeremonie für die heutigen Juden nachzuweisen und äußert sich also: „Wir wollen für jetzt die Frage nicht untersuchen: Ist die Chaliza eine ganz veraltete Zeremonie? Da die Ehelichung der Schwägerin indirekt (wenn der Schwager schon verheirathel ist) durch Gerson's Bann, wie durch die Gesetze der Staaten, in welchen wir leben, verboten ist, was soll die Strafe der Chaliza bedeuten, da dem Schwager kein freiwilliges Vergehen zur Last gelegt werden kann, indem er bei dem besten Willen seine verwittwete Schwägerin nicht Heirathen darf? Die Erörterung dieser Frage würde von keinem Nutzen sein; die eine Partei würde sich der Entscheidung der andern nicht unterwerfen, und wenn die Rabbinen auf dieser Seite des atlantischen Ozeans die Chaliza für abgeschafft erklärten, der NQ^ (betr. Frau) ohne die veraltete und gehässige Zeremonie zu vollziehen sich zu verehelichen erlaubten, so würden sie die ominöse Gefahr laufen, daß die Kinder einer solchen Frau, wenn sie nach Europa übersiedeln, von den Rabbinen in Europa für O^NZO (in verbotener Ehe erzeugt) erklärt, daß Scbande, Kummer und Herzeleid auf die Mitglieder einer solchen Familie gehäuft würden — und die herzhaften Reformer in Europa, obwohl alle die Verlegenheiten, welche die Chaliza hervorruft, beklagen, wagten dock nicht, sie für abgeschafft zu erklären." »Nichtsdestoweniger ist es eine traurige Thatsache, daß die Chaliza in unserer Zeit mehr „^unot!," (Frauen, denen das Gesetz die Wiederverheirathung versagt) verursacht, als vordem in vielen Jahrhunderten. Ich kenne in der einzigen Stadt New York sehr viele Wittwen. welche der Mittel beraubt, um nach Europa zu reisen, oder ihre Schwäger herüber nach Amerika kommen zu lassen, um die Zeremonie der Chaliza zu vollziehen, die Blüthe ihres Lebens in Kummer und Schmerz hinbringen und in den Zustand der Armuth versenkt werden. In den vergangenen Jahrhunderten, wo das Reisen eine schwierige und mühevolle Aufgabe S*

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