Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 3 (März 1856)
- Date
- 1856-03-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Zur Erinnerung an Heine. 7t bendigen Gott als einen neuen Satyrsprung seines in hyperbolischen Auslassungen sich gefallenden Genies erklären wollen. Wir aber glauben daS Rechte gefunden zu haben und auszusprechen, wenn wir sagen, daß ZeneS nur die Form seiner Wiederkehr trifft; in dieser wollte er sich gleich bleiben; im Wesen der Sache aber hat er in der Religion für seine Seele einen lindernden Balsam und ein erfrischendes Labsal gefunden, bei den brennenden Schmerzen, die ihn lebendig verzehrten. — In seinen, während seiner Krankenperiode erschienenen Schriften kommen Lichtgedanken über Juden und Judenthum vor, die unverkennbar aus dem Innersten der Seele stammen. Wir haben bereits in dieser Zeitschr. (Jahrg I. S.285. II.S. 19.) aus seinen Liedern Mittheilungen gemacht, welche ein jüdisch-religiöses Gemüth tief ergreifen müssen. Wir geben heute aus seinen „Geständnissen" Auszüge, von denen wir mit Sicherheit hoffen, daß unsere Leser unS solche innigst verdanken und darin gleich uns die deutlichsten Belege finden werden, wie in dem leidenden Dichter, als die Schauer der Krankheit und des nahenden Todes ihn umgaben, Erinnerungen Heitiger Art erwacht sind, welche ihn wenn auch nicht zur Synagoge, doch zur Leidensgememde seiner Brüder in Geist und Herzen zurückführten. — Ueber Moses, Israels erhabensten Lehrer, spricht er sich in dem genannten Buche (S. 79) folgendermaßen aus: „Ich hatte Moses früher nicht sonderlich geliebt, wahrscheinlich weil der hellenische Gelst in mir vorwaltend war. und ich dem Gesetzgeber der Juden seinen Haß gegen alle Bildlichkeit, gegen die Plastik, nicht verzieh. Ich sah nicht, daß Moses, trotz seiner Befeindung der Kunst, dennoch selber ein großer Künstler war und den wahren Künstlergeist besaß. <?!ur war dieser Künstlergeist bei ihm, wie bei seinen ägyptischen Landsleuten, nur auf das Colossale und Unverwüstliche gerichtet. Aber nicht wie die Aegypter formirte er seine Kunstwerke aus Backstein und Granit, sondern er baute Menschen-Pyramiden, er meißelte Menschen-Obelisken, er nahm einen armen Hirtenstamm und schuf daraus ein Volk, das ebenfalls den Jahrhunderten trotzen sollte, ein großes, ewiges, heiliges Volk, ein Volk Gottes. daS allen anderen Völkern als Muster, ja der ganzen Menschheit als Prototyp dienen sollte; er schuf Israel? Mit größerem Rechte alS