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Der israelitische Volkslehrer · 1856-02-01 · Heft 2 (Februar 1856) · page 29

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
5 (1856)
Issue
Heft 2 (Februar 1856)
Date
1856-02-01
Page
– (sequence 29)
Language
German
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Rundschau. 57 Die Armenanstalt in Wien, die im letzten Jahre eine außerordentlich ergiebige Einnahme hatte, theilt jetzt Anweisungen an Arme aus, wo sie billigere Kost erhalten können. Der Vorstand ging nämlich von dem Grundsatze aus, nicht das Ganze den Armen zu schenken, um dem Mißbrauche vorzubeugen und gibt daher nur eine Beisteuer. — Die Taubstummen-Anstalt daselbst hat jetzt die Bewilligung erhalten, auf eigenen Namen ein Haus innerhalb der Linien kaufen zu dürfen. Aus Böhmen. — (September.) Es ist als ein erfreuliches Zeichen der Zeit zu begrüßen, daß sich unsere Gemeinden eines Bessern besinnen, und während noch ^sr nicht langer Zeit daS Fortbestehen der israelitischen Schulen durch dieselben in Frage gestellt war, jetzt die Gründung von Schulen mit dem regsten Eifer betrieben wird. Es ist daher nicht zu verwundern, daß die Zahl der israelitischen Schulen sich mit jedem Kurse mehrt. — Nach einer vor wenigen Tagen erlassenen Anordnung des h. UnterrichtS-MinisteriumS darf von nun an das Schlachten der Thiere auf keinen Fall von den israelitischen Lehrern vollzogen werden. 3ch dachte gleich beim Lesen dieses Erlasses an Ihren Volkslehrer, wo Sie sich über die Unzweckmäßigkeit dieses den Lehrer herabwürdigenden Geschäftes aussprachen. — Zugleich heißt eS in dieser Verordnung: „Wollen die israel. Gemeinden die materielle Lage ihrer Lehrer verbessern, so mögen sie dieselben als Sänger in den Bethäusern anstellen, ihnen die Matrikelführung anvertrauen u. s. w., zugleich aber für eine den Zeitverhältnissen angemessene Besoldung Sorge tragen." (Sehr löblich! Aber weit löblicher würde eS sein, wenn, wie solches in Baden, Württemberg, Baiern u. a. Ländern bereits vielfältig der Fall ist, die Regierung Oesterreichs, oder die betreffenden Stadtbehörden dje jüdischen Schulen aus dem staatlichen oder städtischen Aerear unterstützten. AuS dem Beute! Anderer großmüthig sein, ist eine sehr fragliche Großmuth. —Red.) — Ein frommes Mitglied der Prager iSrael. Kultus-Gemeinde hat im v. I. eine eigenthümliche Stiftung gemacht: Er legte ein Kapital von 1000 ff. E. M. an. von welchem die jährlichen, fünfprozentigeu Interessen an einen solchen armen Glaubensgenossen verabreicht werden sollen, der das Jahr hindurch am fleißigsten die PinkaS-Synagoge besucht und daselbst seine Andacht verrichtet haben wird. Bei gleicher Befähigung mehrerer zum Empfang dieses StiftungSbetrageS soll das LooS entscheiden. Der Stifter wollte durch diese Verfügung zugleich;um fleißigeren Besuche des Gotteshauses aufmuntern. (Wir können uns über eine solche, ganz absonderliche Stiftung nur sehr tarelnd aussprechen, und müssen. unS im Namen des ächten IudenthumS gegen einen solchen Stiftcrsinn verwahren, daß er bei uns nicht einreiße Nur Werkheiligkeit kann dadurch gefördert werten! Gar Mancher, der nicht so fleißig in die PinkaS-Synagoge geht, kann der Unterstützung höchst würdig sein, während der fleißige Besucher derselben gerade der größte Müßiggänger sein kann, der dadurch in sei- »er Trägheit bestärkt wird. — Red.)

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