Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1856)
- Date
- 1856-02-01
- Page
- – (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3129675-3129764-3129767--1481-3131297- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
wmdscha». >«S Frankreich wird »nS geschrieben, daß das israelitische Ober- Eonfiftorium zu Paris beschlossen habe, jüdische Feldprediger zur orientalisch-!! Armee zu entsenden; nur Schade, daß dieser schöne Gedanke zu shät auftaucht. — Aus Metz vernehmen wir die erfreuliche Nachricht, daß ver. auch in hiesigen Kreisen durch seine Midraschischen Arbeiten betanate vr. Krüger von jener geistlichen Oberbehöroe an der Rabbinerschule als Professor der Midraschischen Literatur ernannt worden sei, und bereits unter allgemeiner Anerkennung sein Amt angetreten habe. Aus Jerusalem wird gemeldet, daß einige israelitische Männer aus Abysfinien daselbst gewesen seien, und man nun bemühet sei, die in jenem Lande abhanden gekommene Kenntniß und Uebung der talmudisch-ceremom'ellen Vorschriften dorthin zu verpiianzen, weßhalb Kinder aus jenem Lande nach Jerusalem kommen sollen, und die betreffenden Männer r«SUW;e.. als Zeugnisse der rabbinischen Praktik, in ihrer Heimath mitgenommen haben! — Wir unsererseits glauben nicht an ein Abhandengekommen-, sondern vielmehr an ein nicht Vorhandengewesensein der talmudischen Lehren und Bräuche in jenem, der Wissenschaft noch so verdeckten Lande. Dabei durchdrang uns beim Lesen jener Nachricht die freudige Hoffnung, daß vorurteilsfreie Forscher des Gegenstandes sich wohl bemächtigen werden, um dadurch Licbt auf die dunkele Entstehungsgeschichte des TalmudismuS zu werfen. Sind z. B. die den Brüdern in Abyssinien unbekannt, so ist dies ein neuer Beweis, daß dieser Gebrauch nicht hinter die talmudische Zeit hinaufreicht. Bedauerlich erscheint es nur. wenn Glaubensgenossen, die bis jetzt so glücklich waren, das Gefetz ohne die talmudischen Auswüchse zu besitzen, nunmehr von jenen, das bürgerliche Leben drückenden und umgarnenden Satzunge» gleichfalls umfangen werden sollen. — Der gefeierte Sänger Ludwig August Frankel wird demnächst seine bekannte, schöne MissionSreise nach Palästina antreten, und hat derselbe, zu günstiger Tinführung seiner Person und Sendung bei den dortigen Glaubensgenossen, unter dem Titel: „Nach der Zerstörung" eine kleine Auswahl von Elegien im Drucke erscheinen lassen, von denen uns das Gedicht: -k. Joch an an den Sackai" tief und innigst angesprochen, dagegen das Gedicht: „Die Mutter MoseS,« worin in fast katholischer Weise ein sinnlicher Akt apotheofirt wird, mit Widerwillen erfüllt hat. — Herr LetteriS hat in gewohnter Meisterschaft jene Lteder, im Versmaße des Originals, ins Hebräische übersetzt und eine schön geschriebene Biographie Frankels in hebräischer Sprache beigegeben. — Bei dieser Gelegenheit wollen wir unsere Leser auf ein anderes interessantes Schriftchen der neuesten Zeit aufmerksam machen, nämlich auf eine hebräische Übersetzung der -drei Ringe von Lessing," versaßt von dem Privatgelehrten, Herrn M. Berliner zu Mannheim. Die Arbeit ist in so reinem, ja lieblichem Hebräisch geschrieben, daß wir das Büchlein mit wahrem Genüsse gelesen' haben. Beim Schlüsse des Heftes empfangen wir für die Nothleidenden P al ä - 5'^6 vs» unserem gerhrien Collegen, Herrn Or. Levi zu Gieße», 5:e w Fs'.ge seines Auft-fs ihm zugekommenen Beiträge zs fl. 207. SS kr., für deren prompte Beförderung durch das hiesige Co mite wir besten» sorgen werden. —Zu demselben Zweck erhielten wir den Ertrag einer Sammlung M Pforzheim 5 ff. tS. 6 kr. durch Herrn Stadtrabbiner Willstätter m Karlsruhe; ferner fl. 3. 30 kr. von Herrn I. A. Lehmann v. Bad- Homburg.