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Der israelitische Volkslehrer · 1856-02-01 · Heft 2 (Februar 1856) · page 27

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
5 (1856)
Issue
Heft 2 (Februar 1856)
Date
1856-02-01
Page
– (sequence 27)
Language
German
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Zdimdscha». b» Rheiupfalz im Auge. Nicht als ob eS bei uns fehle an Männern, die der Herr mit Reichthümeru gesegnet hat, nicht als ob das Herz ohne Theil- »ahme bliebe Angesichts der leidenden Mitmenschen; sondern das Spenden geschieht, wie man wohl behaupten darf, t) nicht in geeigneter Weise, 2) nicht in gebührendem Maße im Vergleiche mit der beregten Wohlthätig, keitSpflege in den größereu Städten. —- Unseres Wissens nach findet man in der ganzen Pfalz nicht Ein jüdisches Hospital, Fein jüdisches Waisenhaus, keinen jüdische» Handwerks- und Ackerbau-Verein »c. ,c. Daß aber der Mangel solcher Anstalten in gar vielen Fallen schmerzlich empfunden wird, ist wohl leicht zu denken. Möchten diese wenigen Worte zur Anregung dienen, daß unsere edlen Reichen bald zur Gründung solcher Heil spendenden Institute schreiten möchten, namentlich zur Gründung eines Kranken-Unterstützungs-Verein, der seine hilfreichen Arme über die Grenzen Eines Wohnortes hinaus erstrecke; damit nicht mehr in so manchen Dörfchen verlassene arme Kranke darnieder liegen, erbarmungslos; P'VIO ^1 ^55! Wollten doch einsichtsvolle Männer besonders dahin wirken, daß bei freudigen und traurigen Ereignissen öfter und in geeigneter Weise die Spenden zum Wohle der Armen und Notleidenden erfließen mögen! — Aus Oesterreich/ Ende Januar 1856. — Das bürgerliche neue Jahr hat den Juden des KaiserstaateS eine große Bescheerung gebracht. Der Entwurf des Handelsministeriums, in welchem die Gewerbe- und Handelsfreiheit als oberstes Prinzip ausgesprochen wird, kann für die österreichische Juden als neue Aera bezeichnet werden. Jede Zeit hat ihr bewegendes Moment. In unserer Zeit ist dies die Industrie. Selbst zur Zeit, wo die Kriegsfurie am heftigsten wülhet, find die Künste veS Friedens aufs eifrigste gepflegt worden. Kein Kanonenschuß, kein Gewehrfeuer hat die Welt zurückgehalten, die Wunder der Industrie in Paris anzusehen. Es gilt daher vor allem daß auch uns Juden auf diesem Gebiete freie Bewegung gestattet sei. Bei »nS aber stellten sich bisher diesem Ziele mannigfache Hindernisse entgegen. Der Jude durfte nicht aus den enge» Grenzen der Stadt, ja manchmal der »Gaffe" (wie in mährischen und galizischen Gemeinden ,e. wo die jüdischen und christlichen Gemeinden auch nach dem Jahre 1943 in politischer Beziehung getrennt blieben) heraus. Der neue Entwurf schneidet alle diese Dinge mit Einem Mate durch. — Auf einen besondern Umschwung muß ich Sie ferner dabei aufmerksam machen. GS laufen von den Handelskammern der Kronländer, wo bisher viel „klsonu»" waltete oder wo Juden gar nicht wohnen dürfen, Gutachten ein, die entweder die vollständige Emanzipation befürworten, wie aus Olmütz und Brünn; oder die den Grundsatz ausgesprochen wissen wollen, daß keine Schranken in Betreff „des Rechtes der Heimat und des Aufenthaltes eines jeden Staatsbürgers* gesetzt werde. Dieses sind die Worte der Handelskammer in Linz, Hauptstadt in Ober- Oesterreich. VI. s _^

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