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Der israelitische Volkslehrer · 1856-02-01 · Heft 2 (Februar 1856) · page 25

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
5 (1856)
Issue
Heft 2 (Februar 1856)
Date
1856-02-01
Page
– (sequence 25)
Language
German
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Ruudschau. SS Echwabacher galt als heterodor, als ein Verführer der „vsenurim«. Derselbe war aber vielmehr ein .Führer der Irrenden»; und ohne eS darauf anzulegen. — wir erinnern uns niemals, daß er gegen die talmudische ZnterpretationSweise ein Wort gegen uns geäußert — hat er durch die Klarheit seines eigenen Geistes auf die Klärung der unsrigen mächtig eingewirkt; er hat uns deutsch schreiben und dadurch deutsch denken gelehrt; dafür sei ihm in das noch frische Grab der innigste Dank nachgesendet! — Außer jenem, seinem vorzüglichsten Wirken, hat sich Derselbe durch eine größere Anzahl von Schriften pädagogischen, eregetischen und homiletischen Inhaltes bekannt gemacht. Mehrere Arbeiten dieser Art, wie die Nebersetzung und Commentiruvz der Bücher Esra und Nehemia, die schwungreiche Übersetzung des ethischen Werkes »Leenwotn olam" von k. ^ed^'a. naxvninL, wurde in Gemeinschaft mit dem noch lebenden, durch zahlreiche schriftstellerische Arbeiten bekannten David Ottensoßer in Fürth ausgeführt, so daß Schwabacher als Meister im deutschen Style die Uebersetzung, Ottensoßer als gründlicher Kenner deS Hebräischen die Erklärung fvinr) lieferte. — In den letzten Jahrzehenten seines Lebens war er Vorsteher eineS von ihm gegründeten Knaben-Institutes, welches sich namentlich aus der Mitte des or - thodoren TheileS der Fürther JSraelitengemeinde zahlreichen Besuches zu erfreuen hatte; nicht als ob er seinen aufgeklärten und lichtvollen Anschauungen untreu geworren wäre, sondern indem man seine Lehranstalt sür das onhovore Judenthum doch immer noch weniger Gefahr drohend erachtete, als ein anderes Institut, welches unter einem aufstrebenven^ jungen Pädagogen dort neu erblühte. So ward ihm die Genuzthuung zu Theile, daß ihm von derselben Seite, wo man ihn früher als den Verführer der Jugend verlästert hatte, jetzt die eigenen Kinder anvertrauet wurden. So schreitet die Zeit uuaufhaltsam vorwärts, und wider feinen Willen muß der widerstre. benve Geist "jd^O) sein Amen sprechen. — Die letzten LebenStage verbrachte der Selige bei theueren Anverwandten zu Sulzbach in der Ober- Pfalz, wo sein Greisenalter liebevolle Pflege fand, und ihm von Seiten der dortigen Gemeinde die verdiente Aufmerksamkeit und Hochachtung tn wohlthuender Weise zu Theile ward. — Sein Name wird im Lebensbuche des Herausgebers d. Bl. stets mit Verehrung verzeichnet sein, und die Erziehungsgeschichte deS neuen Js ael wird ihm den gebührenden Platz nicht versage». L. S. AuS Marburg wird uns die von dem dortigen greisen Provinzial- Rabbiner Herrn Gosen entworfene und von der kurfürstlichen Reaieruna daselbst genehmigte und eingeführte „Dienstanweisung für die israelitischen Schüllehrer in der Provinz Oderhessen" übersenvet. Dieselbe enthält nichts besonders Neues, gibt jedoch ein erfreuliches Zeugniß von der noch frischen Rüstigkeit jenes Veteranen unter den deutschen Rabbinern. In §. 9., gegen »»vorsichtig ertheilte Strafen gerichtet, — ein Punkt, auf welchen man allerdings die Lehrer besonders älteren Schlage» (oder Schlagen?) nicht ge-

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