Mannheim
Compact Memory

Der israelitische Volkslehrer · 1856-02-01 · Heft 2 (Februar 1856) · page 23

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
5 (1856)
Issue
Heft 2 (Februar 1856)
Date
1856-02-01
Page
– (sequence 23)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3129675-3129764-3129767--1474-3131290
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Der Name „Essäer". 51 / Diese zur besonder,! Aufgabe sich machend, bildete sich ein Lerem (7!"QW. welcher sich den gewiß sehr passenden Namen N"1OV NN2N*) (nach Ezechiel 20, 37.) „Verein des Bundes" oder BundcSgenossenschaft gab. Sie standen, wie dieses bei Vereins- —Mitgliedern immer der Fall ist, nicht nur nicht außerhalb der Gemeinde als SekLirer, sondern im Gegentheile bildeten sie deren Kern und des Zudemhums treueste Bekenner. Sie sonderten sich von den übrigen Gemeindegliedern keineswegs ab, sondern stellten sich nur innerhalb derselben eine besondere Aufgabe für dieselben. Durch diese Aufgabe, die der Vereinszweck jedem Einzelnen stellte, waren sie sowohl als Gelehrte sehr ausgezeichnet, wie auch in ihrer Lebensweise kenntllch. Sie standen ohne Zweifel, wie die vielfältigen Stellen im Thalmud beweisen, in sehr hohem Ansehen sowohl wegen ihrer Weisheit, als ihrer Frömmigkeit, ohne sich eine besondere Benennung beizulegen. Mochten sie dieses aber auch unterlassen, daS Volk unterläßt niemals, zu keiner Zeit, Männer, die sich zusammenschließen und enger mit einander verbinden, ob auS Spott, oder aus dem natürlichen Verlangen, eir.e Bezeichnung zu haben, mit einem Beinamen zu belegen. Einen solchen gab auch das Volk, welches theils die Tendenz nicht kannte, theils für deren Streben keinen Sinn hatte, den Mitgliedern dieser N^O genannten Gesellschaft**), nach ILA dem Stammworte dieses Namens, in E ssä e^ Daß^kse^ vorkommt, kann uns demnach ebenso wenig befremden, als daß er bei den spatern oder der Gesellschaft fernstehenden und noch mehr den nicht jüdischen Schriftstellern gebräuchlich war. Nicht nur besitzen wir aber Spuren ihres Daseins im Thalmud, wie Frankel nachgewiesen hat, sondern ihre Grundsätze, DiSciplin und sogar ihre Religionsphilosophie, aus welcher die spätere Geheimlehre oder Aabbala hervorging, worüber von mir ausführlichere Nachweisung bereits an einem andern Orte gegeben ist***). _ vr. Adler, auS Kassel. 5) MOV ist zusammengezogen auS N^OKO von ^Odt binden. 77i2N bah,r d. ein^lnen Mitglied. g^IN -Genossen" genannt werden. Siehe meinen Eommentar zu den Sprüchen der Pater (Pirke Aboth). Bemerkung der Red. — Der geehrte Herr Verf. wolle uns zu bemerken erlauben, daß seine Hypothese uns an und für sich zu weit hergeholt erscheint; näher läge cS jedenfalls, daS Wort mit g^Odk (die Entsagenden, wie 7Z7 "NOdi^. ^m. 30, 3.) in Verbindung zu bringen. — Allein Beidem Neht der emfacke Umstand entgegen, daß Jene nicht LsssrZpr sLssa^arot) heißen; das radikale ,kesek" würde in der griechischen Umbildung (1^55a?05) sicher nicht fehlen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.