Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1856)
- Date
- 1856-02-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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32 Die neuen Gebetbücher. wenn auch nur das Gebet für die Obrigkeit in den heimathlichen Klängen ertönt; diese Gemeinde ist so weit vorangeschritten, daß sie das anerkannt ermüdende Lesen der Tora in unermeßlichen S idra's, sowie das Radbrechen einer mißverstandenen, oft sogar ganz ungeeigneten Haftara für unzweckmäßig, ja höchst andachtstörend hält und deßhalb kürzere Perikopen de? Tora und deutsche Haftaren einführt — Herr Or. Philipp so n selbst hat s.Z. dafür, auf den dreijährigen Cyclus berechnet, ein Verzeichniß geliefert — die andere Gemeinde aber ist noch so weit zurück, daß sie Zeter schreit schon über das Abschaffen des ^amoä Kloseke u-Lekemuel;" unter den Bildungs - Verhältnissen dieser Stadt und dieses Landes ist bei den Israeliten das Bewußtsein ihrer messianischen Aufgabe schon so weit durchgedrungen, daß sie sich nicht nur über den Standpunkt des wiederherzustellenden blutigen Opferdienstes, sondern jedes partikular istischen Zsraelreiches erhoben und daher ihre höheren Religionsansichten im Gebete consequent ausgesprochen haben wollen, während in einer anderen Stadt oder in einem anderen, weniger vorangeschrittenen Lande, auch der gedrückte Jude noch an dem beengenden Partikularismus haftet und in einer apparten Zukunft für sich Trost und Entschädigung sucht; da hat man sich in der ganzen Gemeinde;u der Opferwilligkeit emporgeschwungen, um der Kinder willen, von manchen liebgewordenen Gebeten abzusehen, die eigene Neigung dem Interesse des Ganzen unterzuordnen, dort aber herrschen noch Eigensinn und Eigenwillen der Art, daß man um eines abgestellten Trillers willen beim »Ilen" in der Selicha von »(Ü.ol-Niäre" der Synagoge den Rücken zuwendet — — TegensaHe, die wir in s ünendliche noch ausdehnen könnten — und da redet und träumt man von einer noch mögliHen Einheit "auf dem Gebiete unseres öffentlichen Gottesdienstes! — Die Einheit auf dem Gebiete der Liturgie. — die nicht unbedeutende Sanges- und Vortragsweise der Gebete mit betrachtet — sie ist faktisch dahin, auf lange Zeit dahin — man täusche sich nicht, man gestehe sich's ein, so bedauerlich es auch einerseits erscheinen möge. Wir sagen einerseits; denn auf der anderen Seite wird diese verlorene Gleichmäßigkeit, die übrigens