Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 7 (1858)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1858)
- Date
- 1858-12-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3129675-3129754-3129763--2608-3131241- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
584 Gelehrte Frauen in Israel. Esther Mandel, al» eine Sevigns ihrer Nation betrachtet, und von Klopstock, Kaestner, Veit-Weber und Andern bewundert, die sich zum Ruhme rechneten, in ihrer Gesellschaft zu leben- Mehrere ausgezeichnete Personen, mit denen sie in Briefwechsel stand, wollten die deutsche Literatur durch die Veröffentlichung . eines Theils ihrer Briefe bereichern, in welchen sich alle Anmuth ihres Geistes, alle Reinheit ihres Herzens abspiegelte. Allem ihre Bescheidenheit widersetzte sich immer diesem Unternehmen. Sie wollte von ihrem Talent keinen anderen Gebrauch machen als für die Erziehung ihrer liebenswürdigen Tochter / Henriette Mandel. Diese junge Dame wurde eben so bekannt wegen ihrer tiefen Gelehrsamkeit als wegen ihres edlen Geistes und zartfühlenden Herzens. — Eine andere Dame: Henriette Ottenheide, ist eine liebenswürdige Dichterin. Wer kennt nicht ihren „Kettenfchmied" und andere schöne Gedichte in welchen die Leiden und Hoffnungen ihrer Maubensgenossen oft den Stoff und Gegenstand bilden! Ich will Ihnen, meine guten Freundinnen, von ihrem tiefen Gefühl und schönen Talent ein Beispiel, („Joseph's Verzeihung",) geben: „Ich bin Joseph!" spricht mit heißen Thränen Der, den Jaeob'S Aug' als tsdt beweint, Zu den Brüdern, die verdammt sich wähnen. Welchen er als Rachegeist erscheint. Ähre Herzen faßt ein banges Zagen, Ihr Gewissen spricht mit Donnerwort. Dürfen sie denn noch zu hoffen wagen, Wo sie Haß gesät durch Glückes Mord? Sündbefleckte, ach, in euren Seelen Strömet nicht des Glaubens achter Born. Seme Wellen würden auch erzählen: „LiebeSmacht besieget Groll und Zorn!"