Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 7 (1858)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1858)
- Date
- 1858-06-01
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/3129675-3129754-3129758--2436-3131143- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
ISS Ax«öschau. geschmeichelt, aber auch seinen Thätigkeitstrieb um so mehr anFesvsn;! haben mag, die erworbenen Kenntnisse im Dienste seiner Mitbürger bchnz! zu verwerthen. Mit unermMichem Eifer kämpfte er durch Wort M That für die Errichtung und Verbessernng gemeinnütziger Anstalten, O für Verbesserung des Zugendunterrichts, Aufmunterung zu Getverw und Ackerbau und Unterstützung derselben unter den Juden, für die Krankenpflege und Versorgung der mittellosen Altersschwachen, und W. gleichen mehr. Unter seiner kräftigen Mitwirkung erstand im Jahre W hier die erste an Zeit und Rang geordnete israelitische Volksschule m einem erweiterten Lehrplane, zu deren Direktor einer der tüchtigsten m talentvollsten Pädagogen, der im vorigen Jahre pensionirte Herr vr. Völji berufen wurde, und die fortan nicht allein eine Bildungsschule für uns«; Gemeinde blieb, sondern auch zu einer Musteranstalt für ganz Tain sich erhob. Das hiesige israelitische Hospital, mit welchem später noch Asyl für Pfründner verbunden wurde, verdankt seine Entstehung M vortreffliche Einrichtung großenteils oen Bemühungen Berliners im semer Amtsgenossen. Unser Freund beschränkte aber seinen Wirkungskreis nichts seine nächste Umgebung, sondern dehnte ihn weit über dieselbe hinaus; er wollte nicht nur seinen Mitbürgern, sondern allen seinen Glauwsbrüdern nach Kräften dienen und ihr Wovl fordern; er war äußm thätig und rührig, um eine sociale, politische und staatliche Besserstellunz der Juden zu erwirken und verfolgte dieses Ziel aus allen ihm zugänglichen Wegen mit Beharrlichkeit und Ausdauer, im Vereine mit andm gleichgesinnten und gleichstrebenden Männern, was bekanntlich nicht ei folglos blieb. Im Iabre 1836 reichte er bei der pfälzischen Regier^ zu Speyer eine Denkschrift in diesem Betreffe ein, die im Drucke erschien ist. -- Besonders warmen Antheil nahm Herr Berliner aber an Ks Reformbestrebungen auf religiösem und kirchlichem Gebiete, zum-! bei- Entstehen der Rabbinerversammlungen und Reformvereine, deren Verb-io lungen, Beschlüsse und Schritte er mit gespanntem Interesse verW und jetzt erst von Herzen bedauert-, daß er ein .Laie" und in diesen N sammlungen nicht stimmberechtigt sei. ZK auch Lu den letzten Jahren die glänzende Aussicht aus en herrlich strahlende Zukunft durch die finstere Wolke der Reaktion dustert und das nahe geglaubte messianische Reich wieder in die unk kannte Ferne geruckt worden, so ist doch der Reflex des einmal so st¬ und hell leuchtenden Tages geblieben und nimmer ganz zu vermM »amenttich die^Errungenschaft eines verbesserten und veredelten Kultst ein nimmer zu entreißendes Gut. dessen sich unser Heimgegangener Frev-- auch in seinen letzten Lebensjahren von ganzer Seele freute. Sein Ech lebte neu auf; sein Herz verjüngte sich wieder, so oft er veue Herrüche Synagoge betrat und die Verheißung des Prophc^