Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 7 (1858)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1858)
- Date
- 1858-06-01
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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. «R5bsch<^ t8l seiner Vaterstadt unentgeltlich. De? Erziehung seines mit vielversprechenden geistigen Anlagen ausgerüsteten Sohnes Marius widmete er seine vornehmste Sorge. Er leitete diesen glMzeitig zu einer gründlichen Kmntniß und dem Verständnih der Bibel und Lkrer besseren Commenütoren an, und der Knabe gewann eine entschiedene Vorliebe für dieses -tubium, welches feinem Geiste, wie seinem Gemüthe gleich reiche Nahrung bot; eS weckte ebensowohl seinen Verstand und schärfte seine Urteilskraft, als es seinen Geschmack reizte und sein Gefühl dem. Schönen und Erhabenen öffnete. So ward die Bibel für den lernbegierigen Jünger äne Vorschule der Logik wie der Aesthetit, während der lehrende Vater sie lediglich zur Vorschule des Talmud'S und der rabbinischen Literatur machen wellte. Und als in reiferem Alter unser Markus auch hierin n5 Hervorchat und eine Meisterschast in der Dialektik sich errungen, die mnem Geiste zusagte,—zog-sein^emüth ihn immer wiederzu seinem Lieblingsbuche, der Bibel, hin und, um sie ganz zu fassen und zu vergehen, griff er begierig nach den Schriftwerken Mendelsohn's und seiner Zünger, die ihm wiederum eine ganz neue, von ihm nicht gekannte, noch Mnte Welt erschlossen und, wie seinem Geiste eine andere Richtung, so seinem Lebensberufe ein anderes Ziel anwiesen. Er verließ nunmehr ftie theolczische Laufbahn und wandte sich dem Kaufmanusstande zu, Amchte sich vertraut mit den klassischen Schriften der deutscheu und fran- -Mchen Literatur^ sowie^mit-den hebräisch geschriebenen Lehrbüchern der kalwijjenschafteu, der Philosophie und der Theologie, wodurch er sein Äßen vielfach bereicherte und berichtigte. Seine Lieblingslektüre blieben üer fortwährend die literarischen Erzeugnisse der ncuhebräischen Muse,?en dir er sich oft anregen und zu eigenen Schöpfungen antreiben ließ. Er versuchte sich mit Glück, wenn auch nicht an originellen Arbeiten, so toch an der Reproduktion der Werte Anderer; manch' vaterländische Blume ersetzte er aus hebräisch-orientalischen Boden, um auch hier Farbenschmuck im Wohlgeruch zu verbreiten. Er handhabte die hebräische Sprache mit Kieler Leichtigkeit, sein Styl — der bekannte Musivstyl — ist gehoben ^nd elegant, dabei ungezwungm und fließend, überraschend durch schöne Sendungen und witzige Allusionen. Ein schönes Zeuguiß hievon legte er in seiner vor zwei Jahren dem Drucke iibergebenen gelungenen und vielfach (auch in diesen Blättern) Klebte., hebräischen Übersetzung der Lesfing'schen Parabel von den ^rei Ringen ab. ^! Vor 45 Jahren ließ sich der Verstorbene hier häuslich nieder und urulahue sich mit einer jungen Wittwe, die nunmehr seinen Verlust ^tveint. Seine Intelligenz und sein biederer Charakter erwarben ihm Achtung und das Vertrauen seiner Mitbürger, und er wurde bald l u k»Borstand der jüdischen Gemeinde gewählt, eine einem Nichteingeborene« ^Mß selten widerfahrene Auszeichnung, die seinem Ehrgeize nicht wenig V VW. . 16