Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 7 (1858)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1858)
- Date
- 1858-06-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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:t?2 Ueber dm Begriff der .Nächstenliebe "und deren christlichen Commentatoren an. So bemerkt Michaelis, — freilich im Widerspruch mit der, weiter unten zu erörternden, gegnerischen Stelle aus dem Evang. Matth. — in semer Erklänmg zu Lev. 19, 18: „daß dies Gebot der Liebe des Nächsten nicht bloß auf Israeliten, sondern auch auf Fremde gehe, zeigt der 34.Vers unseres Capitels." — Die mosaische Lehre zuerst hat also jenen großen Grundsatz (bn) n?) aufgestellt, daß ein unzerstörbares Band Alle umschlinge, die im Bilde des Einzigen geschaffen sind, ein Band, in welches Freund und Feind zusammen verwebt sind, und das uns, um Gottes, des Allvaters, willen, liebevolle Rücksicht auch gegen unsere Widersacher einflößen und von feindseliger Behandlung Andere^nnbedmgt^urückschrecken soll. Deßhalb sagt «. ällba (öl. k. Lere3editd 24), über unsere Stelle das rechte Licht ausbreitend: „liebe deinen Nächsten wie dich selbst," das ist ein großer Grundsatz in der Tora — daß du nicht denken mögest, weil ich geschmäht wurde, werde auch der Andere geschmäht; weil ich geflucht (oder geringschätzig behandelt wurde), werde es auch der Andere!" Und R. Lanelmma füzt --hmz^^^enn dtn also verfährst, dann wisse. Wen du in ihm schmähest— „im Ebenbilde Gottes schuf er ihn!" — Was sagt nun der geneigte Leser, welcher das Bisherige aufmerksam gelesen hat, zu folgender Stelle aus dem Evanz. Matth. (5,. 43 — 48), welche dem Stifter, der christlichen Religion in den Mund gelegt wird? Da heißt es: „Ihr habt gehöret, daß gesagt ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: liebet eure Feinde, segnet die euch fluchen, thut wohl denen die euch hassen, bittet für die, die euch beleidigen und verfolgen, auf daß ihr Kinder seid eueres BaterS un Himmel. Denn er läßt seine Sonne aufgehen über die Bösen und über die Guten, und läßt regnen über Gerechte und Unze« rechte. Denn so ihr liebet, die euch lieben, was werdet ihr für Lohn haben? Thun dasselbe nicht auch die Zöllner? Und so ihr euch nur zu eueren Brüdern freundlich thut, was thut ihr sonderliches? Thun nicht die Zöllner auch also? Darms