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Der israelitische Volkslehrer · 1858-06-01 · Heft 6 (Juni 1858) · page 14

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
7 (1858)
Issue
Heft 6 (Juni 1858)
Date
1858-06-01
Page
– (sequence 14)
Language
German
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t7V Uebee den Begriff der .NSchsteMebe" und deren lich wenn daS peinliche Gefetz den Act der Widervergeltung üben -müsse, auch dann noch die Pflicht der Nächstenliebe in der oben bezeichneten Weise walten solle. — Aus dem Urborne jener Liebe bewog jene fromme Israelitin den Gatten, nicht auf deu Untergang der Frevler, sondern auf ihre Besserung zu beten, indem sie den leuchtenden Grunds atz aufstellte: „ nicht der Sünder soll vernichtet werden, sondern die Sünde/' unser Eifer, unser Haß gegen das Böse sei nicht gegen die Personen, sondern gegen die Sache gerichtet. — Die BessernngSvereine für entlassene Sträflinge oder sonst verwahrloste Personen haben in jener allumfassenden Liebe ihren heiligen Urgrund. Man liebt den Verbrecher nicht mit einer individuellen Liebe, d. h. man hat nicht Neigung zu ihm hin als einem mit Lastern befleckten Individuum; aber man liebt ihn in jener generellen Liebe, die auch in dem Gefallenen noch den Menschen erkennt, das Menschliche in ihm anerkennt, im guten und im schlimmen Sinn — das Menschliche, wodurch er vielleicht noch kann gerettet werden — das Menschliche, wodurch er gefehlt, und wodurch wir vielleicht, in gleicher Lage und Umgebung, ebenso tief gesunken wären. — Das ist es, wodurch unser edler Hillel sich als ein so unvergleichlicher Etbiker erwiesen hat. Er erkannte das Wesen der Siebe in der Gleichartigkeit. Sowie daher bei der Liebe im engeren Sinne wir uns zu unseres Gleichen, zu besonders mit uns harmonirenden Naturen besonders hingezogen fühlen, — ein Zug der Herzen, der von selbst kommt und daher nicht geboten, werden m uß. ebenso beruht jene allgemeine Nächstenliebe — die allerdings geboten werden muß. weil die Menschen in Haß und Neid, Streit und Rachsucht sich derselben so oft entfremden und ihre Mitkatzen und Mithunde oft mehr lieben als ihre Mitmenschen — auch sie beruht ans jenem Verhaltnisse, daß alle Menschen nnsres Gleichen (1222) seien uud wir in uns den Maßstab zu ihrer Beurtheilung und Behandlung finden. Darum wendet der Weise den positiven Satz des BibelgeboteS commentirend ins Negative um, indem er an die Gerechtiz-

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