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Der israelitische Volkslehrer · 1858-06-01 · Heft 6 (Juni 1858) · page 13

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
7 (1858)
Issue
Heft 6 (Juni 1858)
Date
1858-06-01
Page
– (sequence 13)
Language
German
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integrirenden Theih die FeindeSliebe. 169 z ' heißt eS nicht: „du sollst nicht hassen!" sondem ^2 Nd< WVN «!? „du sollst deinen Bruder nicht hassen in deinem Herzen! — Zur Aussprache will das Gesetz den Haß bringen, in der Hoffnung, daß sich derselbe in Worten verflüchtige, Luft mache, die ernstliche Zurechtweisung (nnin min) dem Beleidigten Genüge leiste, dem Beleidiger Gelegenheit zur Ausklarung oder Reue gewähre; zerstören in sich selbst will es den Haß, indem es ihm die Rache und das Nachtragen verbietet, damit der glühende Krater in sich zusammenstürze; entwaffnen M es den besonderen Haß durch die allgemeine Liebe. — Das ist die „Liebe" im weiteren und weitesten Sinne. Ihr Band trifft zusammen mit dem der Religion — beide sind allumfassend. Aus ihr kann Niemand von uns fallen; denn wir alle sind in ihr. In gewissem Sinne ist selbst die Natur, l auch Thier und Pflanze, in dieser Allliebe des Menschen einbegriffen, wie sie einbegriffen sind in der Allliebe Gottes. Die „Liebe zur Natur" ist nichts Anderes als jenes allumfassende Band, das von unserem Herzen ausgeht und uns auch mit dem Vogel auf den Zweigen, mit der Blume im Grase verbuchet. Wir verstehen des Logels Gruß; wir verstehen der Blume Winken und Nicken; sie reden und wehen von Gott, unser Aller Vater. — Besonders aber sind in jenes All-Liebesbaud alle gewebt, die Menschen heißen, die im Ebenbilde Gottes gebildet sind. „Haben wir nicht alle Einen Vater? Hat uns nicht Ein Gott geschaffen? " j.-lwjl sagt unübertragbar schön der treffliche Hiob (31, 15).— In diese Allliebe gewebt ist nun auch der Sünder, auch der Unglücklichste unter den Unglücklichen, der Verbrecher. So tief er auch mag gesunken sein, aus unserer Liebe hinaus kann er nicht sinken — denn er bleibt ewig Gottes Kind, unser Hruder. — Deßhalb macht der Talmud (Sankedrw 45, 2.) j dm Ausspruch: „liebe deinen Nächsten wie dich selbst" gerade s für den zum Tode Verurtheilten geltend, indem er lehrt, man ' solle auch bei der Wahl der Todesart eine liebende, eine menschliche Rücksicht geltend machen (^s' TM'v k und die 'kosaxdotk machen dazu die treffliche Bemerkung, wie sich dieses an den Satz: „du sollst dich nicht rächen" anschließe, daß näm-

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