Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 7 (1858)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1858)
- Date
- 1858-06-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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integrirmden TM, die Feindesliebe. .5 167 Wenden wir uns daher zu einem andern, mit Recht gefeierten Bibelerklärer der alten Zeit — „isaedmaniäes,^ genannt zRamdan"! — Er spricht sich über das betr. Gebot (3. B. M. 19, 18) also aus: ^Di N^ST! ^")!? N2i^? Oxvi „in dem Ausdrucke: „liebe deinen Nächsten wie dich selbst" liegt eine Hyperbel; denn es ist gegen die Natur, daß Jemand Jemanden so lieben sollte wie sich selber. Lehrte ja schon L. ^KLba, daß in Collisienssällen die Rettung unseres Lebens der des Nächsten vorangehe! Das aber gebietet die Tora, daß man in jeder Beziehung dem Anderen alles Gute liebevoll gönne, wie sich selbst. Man darf auch annehmen, daß weil es nicht heißt : Pl"!N5<N27»m (imAccusativ, liebe deinen Nächsten, wie dich selbst), sondern zur Bezeichnung der Gleichmäßigkeit, ^.22 ix-ö Nünm (im Dativ, die Liebe z u deinem Nächsten sei gleich der Liebe zu dir selbst), die Bedeutung sich ergebe, die Liebe beider Personen (der eigenen wie der des Nächsten) in der Gesinnung gleichzustellen. Denn zuweilen bestehet die Liebe zum Nächsten darin, daß wir ihm Reichthum gönnen aber nicht Weisheit; ja, wenn wir ihm eine volle Liebe zuwenden, ihm Glück in allen Dingen gönnen, so wünschen wir doch noch, daß wir die betr. Güter wenigstens in höherem Maße besitzen als er. — Das befiehlt daher die Schrift, daß solche Mäckelei des Neides (."w^ ^N'!-.s) nicht im Herzen walte, sondern der Mensch eS gerne sehen sollte, wenn seinem Nächsten die Fülle aller Güter zu Theil werde wie ihm selber, und er in der Liebe nicht verschiedene Maßstäbe anlege jN' nbi)." — So weit Nachmanides. Hier öffnet sich schon ein ganz anderer Gesichtskreis wie im „^eäs.", aber immer ist derselbe noch beschränkt, indem er blcs Neid und Mißgunst ausschließen will. ' Zur Erfassung des wahren Sinnes müssen wir daher eine andere Grundlage legen, auf welcher bauend, wir auch der »Feind es liebe" ihren rechten Ort im Gebäude unserer Ethik anweisen werden. Das Wort „Liebe" umfaßt nämlich — und das ist eS, was der Baal ^KeSa übersehen — einen dop-