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Der israelitische Volkslehrer · 1858-06-01 · Heft 6 (Juni 1858) · page 9

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
7 (1858)
Issue
Heft 6 (Juni 1858)
Date
1858-06-01
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Lntegrirenden Theil, die Feindesliebe. 166 Aussätze allerdings nur soweit berührt, als er zur Abwehr jenes verräterischen Angriffes nothwendig war, und freuen wir uns deshalb um so mehr Gelegenheit und Aufforderung zu erhalten, näher auf denselben einzugehn. — Bereits in dem erwähnten Aufsatze (S. 51. d. I.) haben wir den Gegner, welcher dem Judenthum die Feindesliebe abspricht, auf die Erklärung H i l l e l 's zu dem Ausspruche „liebe deinen Nächsten wie dich selbst" hingewiesen, aber, wie gesagt, nur vorübergehend; wir müssen hier daran wieder anknüpfen, denn in jenem Aus sp ruche liegt die Lehre und zugleich das rechte Berständniß der Feindesliebe. — Der Einwurf unseres Herrn Collegen nun, daß es uns unmöglich sei, Jemanden, der uns hasset, der unser Feind ist aus gottloser, also durchaus unjüdischer Gesinnung, zu lieben,!st nicht neu. Die alten Commentatoren haben ihn schon gefühlt und je nach ihrer Weise verschieden beleuchtet. Der ,^e<Za« Abschnitt ^oleSotk« ist ganz der Ansicht unseres Collegen. Er schließt den Feind der Tugend von dem Ausspruche „liebe den Nächsten wie dich selbst" aus, indem er unter diesem „selbst" das edlere, geistige, wahre Selbst (Hizen smw 'N'vtt.i IQ!.'!?) versteht. Wie der Mensch dies allein an sich selbst lieben und schätzen soll, also soll dieses auch der Genius, das Wesen der Liebe zum Nächsten bilden. Der Sünder aber, der sich dem Göttlichen entfremdet, er schließt sich dadurch von unserer Liebe aus, „und ihm sich zu entfremden, ist religiöse Pflicht" (iHn ^nn^ nwOi). — Man wird hier der subjectiven Ansicht,— denn der Begriff eines Sünders ist nach den verschiedenen Kirchensatzungen so verschieden — und dadurch Glaubens- und Ketzergerichten Thür und Thor geöffnet sehen, sowie der Saal ^keSa dadurch auch Jakob'S unbrüderliches Benehmen gegen Esau entschuldigen will, was weder Bibel noch Talmud unterschreiben werden. — Die Ansicht des «^KeSa" ^in der Erklärung der „Nächstenliebe", worin er nur den Frommen und Tugendhaften unseren „Nächsten" nennt, indem nur dieser, als mit uns in Gott (vvn -zinsn) verbunden, ein „M ens ch".

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