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Der israelitische Volkslehrer · 1858-06-01 · Heft 6 (Juni 1858) · page 7

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
7 (1858)
Issue
Heft 6 (Juni 1858)
Date
1858-06-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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l. Nochein Wort über die Lehre von der -s 163 - Mtheiisch in deinem Urtheile als Richter (V. Ii?) und als! -Mensch (V. 16): „Hasse deinen Bruder nicht im Herzen." Das ist aber auch Alles, was du kannst und sollst. Hat sich .aber ebne dein, vielleicht auch ohne deines Nächsten Verschulden! Zeine Scheidewand-Mischen^ir^u^ siehst du finstere Welken des Grolles an der Stirne deines Nächsten aufsteigen, -so kannst du kein größeres Perbrechen gegen ihn begehen, als wenn du schweigst und den Groll still fort wuchern lassest. -DN? NX N'DD „stelle ihn zur Rede, sonst versündigst du dich gegen ihn" (V. 17). Einen anderen Zusammeuhang weiß ich zwischen diesen zwei Bershälften nicht auszufinden. Gelingt dir aber dein Bemühen zur Beseitigung von Mißverständnissen nicht, wurzelt die Feindschaft deines Nächsten in einem sittlichen- Hebrechen — dann „räche dich nicht und wahre du keinen ^Groll", „so liebst du deinen Nächsten, wie dich selbst." (V. 18). Der der Lehre des Judenthums nach allen Seiten hin nachgekommen, für den kann Feindesliebe, den Begriff klar gefaßt, nichts Anderes heißen, als Liebe zum Schlechten. Oder soll es einen Unterschied begründen, ob Jemand gegen einen Unteren ruchlos sich benimmt oder gegen mich? ^Soll^mir^im^ Letzteren Falle eher das Gefühl der Liebe zugemuthet werden kennen, als im ersteren? Was das Judenthum weiter in dieser Hinsicht lehrt, ist: „Begegnest du dem Ochsen oder Esel deines .Heindes, die sich verlaufen haben, so bringe sie ihm zurück; siebest du den Esel deines Feindes unter seiner Last erliegen, U'e könntest du unterlassen, ihm aufzuhelfen, du sollst ihm aber aufhelfen " (2. B. M. 23,4 u. 5). „Sage auch nicht: so!vie er mich . behandelt, will ich auch ihn wieder behandeln, und jedem nach seinem j Betragen vergelten." (Spr. 34, 29). „Ist dein Feind hungrig, so reiche ihm Brod; ist er durstig, so reiche ihm Wasser." (Spr. 25,2l). - Hätten es alle Menschen auf dem weiten Erdrund, in Hütten und i Palästen, nicht blos mit Worten, sondern in Wahrheit und Wirklichkeit schon bis zu den Borschriften des Judenthums in dieser Beziehung gebracht: die schöne Weissagung beS Propheten ltesaias Kap. N wäre längst in Erfüllung gegangen, und wir brauchten nicht mehr nach dem Reiche Gottes zu schmachten.

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