Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 7 (1858)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1858)
- Date
- 1858-06-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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158 Das „ölwjan.« derartige Abhängigkeit des öffentlichen Gottesdienstes nicht vor Händen, und da in unserer Zeit der israelitische Cultus einer entschieden Umgestaltung entgegenfuhrt werden soll, ohne ängstliches Festhalten an talmudischen und rabbinischen Bestim münzen, so könnte Wohl auch das Gebundensein desselben an eine gewisse Anzahl von erwachsenen Individuen als außer Kraft gesetzt erklärt werden. — . Wir können uns aber mit diesen Ansichten nicht einver standen erklären, und zwar in Folge eines Grundsatzes, der gerade bei den Anhängern des Resormprincips mit Entschieden heit, ja zuweilen mit einer tadelnswerthen Einseitigkeit, zum Nachtheil einer wohlthätigen Organisation festgehalten Win. Es ist dies die Hinweisung auf die Bedeutung der Gemeinde. Bekanntlich bildet im Katholizismus den Kernum Mittelpunkt des öffentlichen Gottesdienstes das Opfer, die Messe. Diese kann nur von einem solchen Individuum celebrirt werden, das nach den kirchlichen Borschriften die Priesterweihe erhalten hat. Es ist also der Kern- und Mittel- Punkt des öffentlichen Gottesdienstes an eine Individualität ge klüpft, die ihre hervorragende Würdigkeit nicht aus der Gemeinde, sondern aus einer geschlossenen Genossenschaft schöpft, die von vorn herein als über der Gemeinde stehend D erkennt. In dem Priester concentrirt sich der öffentliche katholische Gottesdienst und gipfelt in demselben; die Gemeine verliert dem gegenüber beim Gottesdienste fast alle Bedeutung Im Protestantismus ist der Begriff Priester, im katholischen oder altjüdischen Sinne, nicht mehr vorhanden; in ihm tritt der Gedanke des allgemeinen Priesterthums schen schärfer hervor; aber der Mittelpunkt des öffentlichen Gottes diensteS liegt in der Belehrung, resp. in der Predigt. Tie Predigt ist aber an die Persönlichkeit des Predigers oder Geist lichen geknüpft, und der Mittelpunkt des öffentlichen Gottes dienstes ist wiederum durch ein Individuum repräsentirt, wel chem gegenüber die Gemeinde in einem passiven Verhältnis steht. — Dadurch aber, daß im Iudenthum die Abhaltung de» öffentlichen Gottesdienstes von der Anwesenheit einer