Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 7 (1858)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1858)
- Date
- 1858-06-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Juni 1858. 28. DaS „MUi^ai»^ Minimum von z eh n männlichen Erwachsenen) alsBedingung zur Abhaltung eines öffentlichen israelitischen Gottesdienstes. Von vr. Dreifuß, Landrabbiner im Herzogthume Meiningen. *) Bei den in unseren Tagen sich kundgebenden Reformbestrebungen auf dem Gebiete der öffentlichen Gottesverehrung begegnet man gar oft der Meinung, daß das Gebundensein des öffentlichen Gottesdienstes an etzse gewisse Zahl von großjährigen Individuen — — überflüssig und daher zu beseitigen sei. Der Charakter eines öffentlichen Gottesdienstes, so sagt man, sei hinlänglich bethätigt durch das Abhalten desselben in dem dazu bestimmten Gotteshause — Synagoge — und wird m israelitischen Kreisen einigermaßen noch schärfer ausgeprägt! durch das Gebundensein an gewisse, durch den Ritus festgesetzte Zeiten. Der Charakter eines öffentlichen Gottesdienstes sei also hinlänglich manisestirt durch Ort und Zeit, und damit könne es auch sein Bewenden haben. Die Unabhängigkeit des öffentlichen Gottesdienstes von einer gewissen und bestimmten Anzahl großjähriger Individuen — so sagt man weiter — brächte in kleinen Gemeinden, und auch in größeren bei dem lässigen Synagogenbesuch, in unsern Tagen den Gewinn, daß der Gottesdienst ohne alles Warten, Zögern und Unterbrechen sortlaufend abgehalten werden kennte, wodurch die äußere Ordnung und der wünschenswerte äußere Anstand im Gotteshause gewinnen müßte. Sei doch in andern Religionskreisen eine *) Obiger Aussatz ist mir bereits während der Abfassung meines Artikels .das Gespenst der Hierarchie" zugekommen und hat mich daher, wegen der Harmonie der Ansichten, besonders gefreut. L. S. VM. 14