Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 7 (1858)
- Issue
- Heft 9 (September 1858)
- Date
- 1858-09-01
- Page
- – (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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»undscha». zu Bologna, dachte mich in den Sohn hinein, wie einst att Zesmtenzögliug seinen Eltern gegenüber stehen werde, dachte mich meinen Eltern so gegenüber. Alles das ergriff mich sosehr, daß ich mich tröstete: , Wenn de? Menschheit noch nicht alles Gerechtigkeitsgefühl abhanden gekommen ist, so muß zu Bologna der Vater seinen Sohn wieder bekommen." Ich wollte aber nicht erst warten, was Andere thun — ich griff einstweilen zur Feder und wollte in der Sache thun, was in meinen Kräften ist. Man gebe den Raub heraus, stelle dem Vater sein Kind wieder zu, nicht blos dem Momolo Mortara den Buben, sondern wie ich sagte: d e m Vater sein Kind, und ich verpflichte mich, über diesen Raub temen Federstrich mehr zu schreiben. Mag mein Gegner im Volksblatt bochmüthig darüber lachen, daß ich in weiner Unbedeutendheit pahnen könne, den Felsen Petri zu erweichen oder wankend zu machen, weil ich meine Feder daran hinjpritze — immerhin. Ich thu' einstweilen, was ich kann; ich werde nicht der Einzige bleiben, der ähnlich denkt. Das Attentat ist schreiend genug, um auch die Gleichgültigen aus dem Schlaft zu wecken. Ich weiß nicht, ob mein Gegner Vater ist, aber wenn auch nicht : Hat er denn so wenig Achtung vor seinem Vater und seiner Mutter, daß er nicht begreift, wie diesen zu Muthe gewesen wäre, wenn einer — etwa ein Zigeuner — ihnen ein Kind geraubt hätte? Und doch wäre das für sie nicht so arg gewesen, als für Momolo Mortara der Naub, dm er erfuhr- Sie hätten den Verbrecher gerichtlich verfolgen und bestrafen lassen, hätten hoffen können, bei unfern Polizeieinrichtungen in Deutschland das Kind bald wieder zu erhatten. Wen soll Momolo Mortara anklagen? Bei wem? Was soll er hoffen? Vermag denn mein Gegner im Hinblick auf feine Eltern, auf das Familienleben im Heimathhause nun in mir kein anderes Gefühl vorauszusetzen, das mich zu schreiben veranlaßt, als Eitelkeit und Schreierei? Vermag er dabei auf keinen andern Wunsch zu kommen, als „mein in Selbstbefriedigung strahlendes Geficht in der Stille bewundern zu können"? Ich überlasj' es ihm, einer solchen Gesinnung sich zu schämen, danke ihm aber und werd' eS ihm immer wieder danken, so oft er mir neuen Anlaß gibt, in dieser Sache das Wort zu ergreifen. Wollte Gott, Tausend und aber Tausende ergriffen es, sie alle sprächen, wie sie über die Sache denken. Zuletzt würden auch diejenigen angesteckt werden, auf deren Wort man hören müßte, und der Vater bekäme sein Kind wieder." — Möchte die deutsche Presse allwärtS sich in so gesinnungstüchtigee Weise aussprechen; das würde der guten Sache gewiß die besten Dienste leisten! — Aber die israelitischen Gemeinden selbst müssen sich rühren, daß man uns keiner Gleichgültigkeit in eigener Sache mit Recht zeihe! — Die israelitische Verwaltungsbehörde zu Alessand^ria (Sardinien) hat folgenden Protest veröffentlicht: „Einer unserer Glaubensgenossen zu Bologna, ein braver, nnd rechtschaffener Familienvater,