Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 7 (1858)
- Issue
- Heft 9 (September 1858)
- Date
- 1858-09-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Verhandlungen des Unterhauses. 265 ben, mit denen zusammen zu gehen, welche gegen den Antrag des edlen Lord, des Mitgliedes für die City von London, stimmen werden. (Hört! hört!) Mr. Hadfield druckt seine große Freude und die Genugthuung aus, die er fühle, bevorzugt zu sein, dieser Verhandlung beizuwohnen; ex stimmt für den Antrag. Mr. Walpole:*) Als diese Frage zuerst vor das Haus gebracht wurde, sprach ich meine Meinung aus, und ich bin von jener Meinung, daß es eher eine religiöse, als eine politische Frage sei, noch nichL abgekommen. (Hört! hört!) Ich war von vorn herein der Meinung, daß die Legislatur dieses Landes, seit den frühesten Zeiten als eine christliche betrachtet, keine Körperschaft sei, welche mit Recht und mit gutem Gewissen Jemanden von jüdischem Bekenntnisse zulassen könne. (Hört! hört!) Ich sühre dies blos in der Absicht an, um zu zeigen, daß es nun, wo für dieses Haus der Zeitpunkt gekommen ist, sich thatsächlich zu entscheiden, mir unmöglich sei, dem Beschlüsse beizustimmen, der dem Parlamente zum ersten Male die Macht gebe, Baron Rothschild einen Sitz zu verleihen. (Hört! hört!) Ich wünsche jedoch nicht eine Streitfrage bei dieser Veranlassung aufzuwerfen. (Hört! hört!) Ich kann mir selbst nicht verhehlen, daß der Mann, welchem das Haus jetzt Sitz zu geben im Begriffe steht, in hohem Grade das für sich habe, daß er nie versuchte, auf irgend eine Weise gegen das Gesetz des Landes oder gegen die Vorschriften dieses Hauses zu handeln. (Hört! hört!) Ich glaube, diese Erklärung dem Baron Rothschild schuldig zu sein. Ich stimme jedoch mit den Bemerkungen meines edlen Freundes (Lord Hatham) in Betreff der Gründe, die ihn gegen diesen Beschluß zu votiren zwingen, überein und werde ich hierin mit meinem edlen Freunde zusammengehen. (Hört! hört!) Eine andere Bemerkung möchte ich noch machen. Die verehrten Mitglieder, welche die Zulassung der Juden vertheidigen, glauben, diese Sache sei jetzt abgethan, aber sie irren sich. (Hört! hört!) Das Verfahren, welches das Parlament in Bezug auf diese Frage eingeschlagen, ist ein solches, das meiner Meinung nach nicht genug getadelt werden könne. (Hört! hört!) Ich für mich bedauere es außerordentlich, daß, wenn einmal Baron Rothschild und seine Glaubensgenossen ^ur Legislatur zugelassen werden, diese Zulassung nicht aus einer freien, offenen und ehrenvollen Parlamentserklarung beruhe. (Lauter Beifall.) Mr.^Spooner: Sir, ich wünsche gegen die Behauptungen zu protestiren, daß wir, die wir gegen die Zulassung der Juden opponiren, dieses in Folge eines VorurtheilS gegen das jüdische Volt thäten. (Hört! hört!) Ich meinerseits weise diese Behauptung entschieden zurück. Die Juden find eine höchst interessante Nation. (Hört! und Gelächter); interessant, wenn wir auf ihre Vergangenheit blicken, noch mehr aber, wenn wir ihre Zukunft betrachten. (Hört! hört!) Nein, Sir, wir werden nicht geleitet von einem Vorurteile gegen das jüdische Volk als Nation, noch *) Misister, StaatSfecretär des Iuaers. — Red.