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Der israelitische Volkslehrer · 1858-02-01 · Heft 2 (Februar 1858) · page 31

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
7 (1858)
Issue
Heft 2 (Februar 1858)
Date
1858-02-01
Page
– (sequence 31)
Language
German
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Ahmdschau. S7 That im hoheu Grade verdient, in den Annalen des IudenthumS, namentlich in einer Zeit, wo Männer dieser Art leider selten und immer seltener werden, verzeichnet und gefeiert zu werden. Wir entnehmen daher der, mit eben so viel Wärme als Klarheit abgefaßten und im Drucke erschienenen Grabrede unseres würdigen Herrn College«, Stadt-Rabbiners B. Willstätter, zur Anerkennung des Ver- «wigten folgende Stellen: »Derselbe wurde in Pforzheim geboren am 30. Mai 179k Schon als zarter Knabe zeigte der Selige viel versprechende Aulagen des Geistes und des Herzens und genoß unter der gewissenhaftesten Leitung und Überwachung höchst achtbarer, einsichtsvoller und kenntnißreicher Eitern eine sehr sorgfältige und wohlgeleitete Erziehung und Jugendbildung. »Besondere Vorliebe zeigte er bereits in früher Jugend für das Studium der hebräischen Sprache und des in diese^-Sprache verfaßten Urtextes ver Bibel, und brachte es durch seinen, durch Vorliebe gesteigerten Fleiß allmählig nicht nur zu einer gründlichen Kenntniß der heiligen Sprache, soudzrn zugleich zu einem tiefern Verständniß des heiligen BibeLworteS. „Nach vollendeten akademischen Studien zu Heidelberg und nach Frlangung der Doktorwürde von der medizinischen Fakultät daselbst, von dort zurückgekehrt, unterzog er sich im Jahre 1813 dem öffentlichen Staatsexamen, und wurde in Folqe desselben mit der Note ^vorzüglich befähigt» unter die Zahl der lizenzirten praktischen Aerzte des Großherzogthums aufgenommen. «Bei seiner viel beschäftigten praktischen BerufSthätigkeit versäumte er keineswegs seine wissenschaftliche Fortbildung in seinem Fache, und veröffentlichte in früher» Jahren zeitweise in daS Fach der innern Heilkunde einschlagende wissenschaftliche Arbeiten, die sich der öffentlichen Anerkennung zu erfreuen hatten. „Doch so treu und gewissenhaft er seinem eigentlichen Berufe oblag, so wußte er sich doch noch Zeit, Sinn und Liebe zu erhalten für alle heiligen Interessen der Menschheit, insbesondere für die Interessen des Glaubens, dem er angehörte. — Reichlich ausgestattet mit gründlichen Kenntnissen auch auf dem Gebiete des religiösen Wissens seines Glaubens, zeigte er für die Hebung und Förderung der heiligen Angelegenheiten desselben, für ein immer tieferes und klareres Erkennen des heiligen LehrinhatteS, für eine würdigere Gestaltung und Veredlung der heiligen Formen desselben stets die lebhafteste Theilnahme, den regsten Eifer. Diese Theilnahme und diesen Eifer bethätigte er insbesondere in frühereu Jahren als Mitglied des hiesigen Synagogevraths, in spateren Jahren als Mitglied der obersten israelitischen Religionsbehörde unseres Landes. — Und wahrlich, solche Theilnahme für die heilige« Interessen der Religion war gerade bei dem Entschlafenen, bei seinem vielbeschäftigten Berufe um so höher anzuschlagen, namentlich in unserer Zeit, in welcher gar oft die Bestrebungen für die heiligen Interessen eines höheru geistige» Lebens in dm Hintergrund gedrängt werden von einem.

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