Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 7 (1858)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1858)
- Date
- 1858-02-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Serräther. ja den HauSthieren und den Sclaven ihre Speise noch eher geben ließen als sie selbst sich zu Tafel setzten. Heißt eS ja in der Schrift: „wir harren zu Gott, wie Knechte zu ihrem Herrn, wie die Magd zu ihrer Gebieterin!" — Darum soll man die Sclaven weder thatsächlich noch mit Worten verächtlich behandeln; ihre Knechtschaft hat die Schrift gestattet, nicht ihre Geringschätzung. Auch soll man sie nicht mit Zank und Zorn überhäufen, sondern mit Milde mit thueu sprechen und ihrer Venheidigung Gehör schenken. Also ist es auch in Hiobs schönem Lebenswandel verzeichnet, wie er dessen sich gerühmet hat, nämlich: „habe ich je gering geachtet das Recht meiner Magd und meines Knechtes, wenn sie stritten mit mir? Ist ja mein Schöpfer auch sein Schöpfer, und auf gleiche Weise ließ uns entstehen der Eine!" — Grausamkeit und harter Sinn sind nur unter den Völkern zu finden, welche dem Götzendienste fröhnen; doch die Nachkommen unseres Vaters Abraham, die Israeliten, denen der Heilige, gelobt sei er, die Wohlthat der Tora zugeströmt, die er beauftragt mit Gesetzen und Rechten, sie sind gerecht und barmherziggegen alle Menschen; denn also finden wir eS auch bei den Eigenschaften Gottes, denen wir nachstreben sollen, wie es heißt: „seine Barmherzigkeit erstreckt sich über alle seine Werke." Und wer sich erbarmt, dessen wird man sich wieder erbarmen ,c." Wir glauben, daß diese rabbinische Stelle jedem Liebesworte der christlichen Bekenntnißschriften sich ebenbürtig an die Seite stellen kann, wodurch zugleich gesagt ist, daß wir den hohen Werth der letzteren und ihren machtigen Einfluß auf Sittlichkeit und Veredlung der Menschheit nicht nur nicht geringe schätzen, sondern im vollen Maße und freudig anerkennen — aber auS jüdischen Quellen sind sie alle geschöpft, und selbst jeneS Wort, worin wir, beiläufig gesagt, keine besondere Bevorzugung erkennen, daß man nämlich »die andere Wange Hinhalten solle, wenn man auf der einen einen Schlag erhalten", selbst dieses ist jüdischen Ursprungs, indem der Prophet (Zesaia 50, 6) von Israel, dem gebeugten GotteSknechte. weit stärker sagt: „meinen Rücken gab ich den Schlägern, meine Wange den Raufern hin, mein Antlitz eutzog ich nicht der Schmach und dem Epeichel, aber vm. s