Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 7 (1858)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1858)
- Date
- 1858-02-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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LS Der DerrSther^ pm Fein d e find dort gewürdigt, ja, eS wird in der umfasseudeu Schilderung auch nicht des Sclaven vergessen, der - hört l als gleichberechtigt vor Gott mit seinem Hern» dargestellt wird. In der That! das Christenthum, welches, selbK unter Angehörigen seines Bundes, den eS doch an der Stelle deS alten. JSraelbundeS fubstttuirte, dem Geiste und dem Wortlaute deS göttlichen Gesetzes schnurstracks zuwider, Leibeigenschast und Sclaverei duldete und in manchen Ländern noch duldet, hat noch einen wetten Weg zu wandern, bis es bei der vollständiges Erfüllungder mosaischen Liebesgebote angelangt sein wird!- Und diese Milde, diese wahrhaft menschliche Rücksicht, welche sich, wie die Barmherzigkeit Gottes, über alle Geschöpfe erstreckt, iß auch unseren spateren Religisnsschristen nicht fremd. — Der Talmud enthält, daS ist nicht zu läugnen, lieblose Stellen genug gegen Nichtisraeliteu; allein alle zusammengenommen, sind sie nicht wie ein Sandkorn tm Weltmeere gegen die lieblosen ÄüS^ drücke, die in den christlichen Schriftstellern der vergangenen Jahrhunderte gegen Juden, ja, von Christen gegen Mitchristen gebraucht wurden? Dort aber, wo eine ruhigere Betrachtungsweise, namentlich in der „Agada", den edleren Geist des Zudenthumes zum Durchbruche kommen läßt, manifestirt auch der ältere RabbmiSmuS.das Gebot der allgemeinen Nächstenliebe. Wir führen, hier nur eine Stelle an. welche MaimonideS, talmudischen Aussprüchen gemäß, über die Behandlung nichtisraelitischer Sclaven geschrieben hat, und hoffen wir, daß viele unserer Leser, denen jene. Stelle nicht bekannt sein möchte, uns für deren Mittheilung danken werden. Derselbe sagt (^aä ekasaka, von den Knechten, IX, 8): „Obwohl es dem Gesetze nach sich also verhält (daß nämlich darin in Betreff keine Beschränkung de? Arbeitsmaßes enthalten sei), so erfordert es doch die Eigenschaft der Liebe und der Weg der Weisheit, daß der Mensch auS Barmherzigkeit und edlem Streben seinem Selaven daS Joch nicht ju sehr erschwere, ihm das Leben nicht verbittere und ihn in der Kost den übrigen Hausgenossen gleichhalte wie wir von den früheren Weisen lernen, daß sie dem Sclaven von jedem Gerichte mtttheilten, welches sie selbst genossen.