Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 7 (1858)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1858)
- Date
- 1858-02-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Der DerrSther? thume vindicirie, und den ftappanten Ausspruch Hat, worauf -er sich nicht wenig mochte zu Gute gethan haben, daß in Betracht der Liebe durch das Christenthum daS Zeitwort zum Hauptworte geworden sei! I i: -! Soweit unser Bericht. — Was nun den letzteren Ausihm die Illusion seines schönen Bildes sofort zerstören zu müssen. In Betreff der Nächstenliebe gilt nämlich das Zeitwort weit mehr als das Hauptwort; denn das Zeitwort ist das Thüt- Wort, und bei der Nächstenpflicht ist doch wohl BethätigllUg der Liebe die'Hauptsache. Das Hauptwort Liebe führt so Mancher! im Munde, sein Herz aber ist, um mit einem kräftigen Send?' boten des Christenthums zu sprechen, nur ein tonendes Erz^ und zur Th a t wird die Nächstenliebe nie bei ihm. — Was dann die „Feindesliebe" betrifft, so wird Jedermann, der übev den so - bezeichnenden Ausspruch: „liebe deinen Nächsten wie dich selbst",, nur ein wenig nachgedacht hat, sicherlich darin auch die Fei-n^ desliebe einbegriffen sehen, indem der Begriff „Nächster^ von allumfassender Bedeutung erscheint. Hillel, welcher bekanntlich/ die ganze Tora nur als Commentar zu dem Liebesgebote erklärte, gibt unS noch die nähere Erläuterung, daß dasselbe so zu ver^.^ stehen sei: behandle Zederman, wie du wünschtest an seiner Stelle behandelt zu werden, und läßt diese treffliche Erklärung . keinen- Zweifel. Raum, daß wir die Liebespflicht auch dem Feinde, auch, dem Verbrecher schulden, denn er bleibt immer ein Mensch, in dessen Lage wir uns nach dem Gebote der Menschlichkeit zu ersetzen haben. Es ist daher von Seiten des Judenthums der bezügliche Gegensatz in der „Bergpredigt? längst in seiner Zrrchumlichkeit nachgewiesen worden. DaS einunddreißigste Kapitel des Hiob, worin ein Schriftsteller der Heiligen Vorzeit daS! erhabene Musterbild eines echten Menschen mit unvergleich" lichen Zügen darstellt, ist in jeder Beziehung der Bergpredigt^ an die Seite zu stellen, nnd gibt daS sprechendste Zeugniß, daß die Männer des „alten Bundes" sich wohl bewußt waren^ waS die Liebe in „Wart" und „That^ von einem reinen, gottgefälligen Menschen Zoerlauge^ Auch die Beziehungen der Menschlichkeit