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Der israelitische Volkslehrer · 1858-02-01 · Heft 2 (Februar 1858) · page 14

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
7 (1858)
Issue
Heft 2 (Februar 1858)
Date
1858-02-01
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Die Berratye^ reichert!' Vle Liebe atstrech^en? — — Um so schnterzlicher iß es,' löenk das Zudenthum tmmer noch in dieser Beziehung verkannt ükd das" Christi (im engern Sinn) als dle^^Religton der Liebe" declarin wird. Wir unsererseits erkennen die tiefgehenden Unterschiede beider Religionen, ihrem Entwicklungsgänge und ihrer welthistorischen Bestimmung gemäß, auf gcln^ anderen Gebieten als auf demjenigen der Nächstenpflicht, bei welcher der Stifter der chrifil. Religion sich zur Bezeichnung des höchsten Sittengebotes derselben Worte des mosaischen Gesetzes bedient. — Wenn nun aber die »Liebe* als Charakteristikon deS Christenthums von christlicher Seite bezeichnet wird, so Mden wir dieses, in Betracht der vorwaltenden Anhänglichkeit an die eigene Religion, entschuldbar, und in Rücksicht auf den nicht selten obwaltenden Mangel anKenntniß unserer Religionsquellen erklärlich. Namentlich zeigte es sich in dem vierten Iahrzehend unseres Jahrhunderts wo im Christenthum eine freiere Richtung hervortrat, daß man von dieser Seite her, bei Läugnung der Trinität und bei Annäherung an die monotheistische Glaubensform, seine Unterscheidung vom Zudenthum durch nachdrückliche Betonung deS Liebesgehaltes der eigenen Religion zu documentiren bestrebt war. Wie gesagt, das ist natürlich und erklärlich. Wenn aber Verrather aus unserer eigenen Mitte sich anmaßen, die Wage der Religionsunterscheidung in die Hand zu nehmen und das Gewicht des Liebesgebotes niederschwerend in die Schale der anderen Religion zu legen, so gebietet es die Nflicht der Gerechtigkeit und der Selbsterhaltung, daß wir zur rechten Zeit den warnenden Ruf ertönen lassen, bevor solcher Berrath um sich greife und da und dort in leichtgläubigen Gemüthern der Unsrigen selbst Anklang finde und nachgebetet werde. : . So^ ist unS von zuverlässiger Seite berichtet worden, daß in einer süddeutschen Stadt — Namen nennen wir nicht, weil wir eS stetS nur mit den Sachen nicht mit den Personen zu thun haben — Einer unserer Stammesgenossen, ein sich daselbst fett Kurzem aufhaltender Literat, der in jüdischen Familien die freundlichste Aufnahme fand, in einer Lorlesung jenen Verrath beging, unter Anderen die Fe indes liebe dem Christen-

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