Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 7 (1858)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1858)
- Date
- 1858-02-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3129675-3129754-3129756--2334-3130960- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
'tsraelltische SultuS-Sememd« der Pfalz. .45 So viel Ans auS einzelnen Gemeinden wenigstens bekännt geworden ist, tritt der Rabbiner oder Vorbeter hin vor die geöffnete heilige Lade, um diese Gebete zu verrichten. Ob eine solche Auszeichnung, die herkömmlicher Weife nur selten und nur bei den weihevollsten Gebeten eintritt, geeignet ist, das Vorurtheil, das gegen die Einführung eines deutschen Gebetes noch hier «nd da besteht, zu besiegen, dürste mindestens sehr fraglich sein. Ebenso will uns die rückstchtlich der Uebersetzung der Haftara's getroffene Bestimmung, daß einzelne nicht geeignet scheinende Stellen aus der Uebersetzung weggelassen und die betr. /-Auslassungen ersetzt werden sollen", nicht zusagen. Da die herkömmlichen Haftara's beibehalten werden sollen, und unter diesen eine ganz betrachtliche Anzahl sich vorfindet, welche durchweg eben so wenig durch die Uebersetzung wie durch das bloße Vorlesen des Originals zum allgemeinen Verständniß gebracht werden kann, so wäre eS, nach unserer Ansicht, viel zweckmäßiger, einzelne geeignete Haftara's, als z. B. für „Sabbat!, ekascm", für „Sekaekaritk «lomdakkixuriiQ^u. dgl., wie dieses auch bei den Lepdsräim üblich ist, zur Untersuchung zu empfehlen, bei den übrigen aber auf die Uebersetzung zu verzichten und dafür etwa eine pa^aphrastische Umschreibung, die sich ihrem Wesen nach freier bewegen kann, zu substituiren. Endlich können wir nicht umhin, unser Bedauern auszusprechen, daß mit dieser Synagogen- und Gebete-Ordnung nicht auch zuglich die einzuführenden deutschen Gebete gedruckt erschienen sind, und dieselben von den einzelnen Bezirks-Rabbinern den Lehrern resp. Vorbetern erst noch mitgetheilt werden sollen. Denn es fehlt damit einerseits der eigentlich positive Theil der Gebete- Ordnung, anderseits ist zu besorgen, daß die angestrebte Gleichförmigkeit in den Synagogen durch die Verschiedenheit der von den einzelnen Rabbinaten ausgehenden deutschen Gebete ganz wesentlich gefährdet werde. Wenn nun aber auch diese Ausstellungen documentireü, daß wir hier mit einem Menfchenwerke zu thutt haben, das auf Vollkommenheit einen Anspruch nicht machen kann und gewiß auch