Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 7 (1858)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1858)
- Date
- 1858-02-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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4a Synagogen» u< Gebete-Ordnung für die Ehäraeteriskung einer unordentlichen, wüsten Versammlung in dem Münde deS Volkes übliche beschimpfende Sprüchwort: es geht hier zu wie in einer Juden schule, eine Beschimpfung, die den ächten Juden um so mehr schmerzen muß, weil sie vielleicht die einzig begründete ist, die auf den Zuden, als solchen, bisher lastete, diese Beschimpfung soll mit Einführung dieser Synagogen-Ordnung von den israelitischen Religionsgemeinden der Pfalz und ihren Gotteshäusern weggenommen werden. „H eute habe ich die Schmach Mizrajims von euch abgwälzt." Dieses Wort unserer heiligen Schrift findet seine volle Anwendung an dem Tage, an welchem diese, auf die Entfernung alles Herabwürdigenden bei dem Gottesdienste dringende und eine erhebende, würdige Gottesverehrung anbahnende, Synagogen-Ordnuna w daS Leben getreten sein wird. Die Tendenz der Gebete-Ordnung besteht im Allgemeinen darin, daß He die mit unserer heutigen bürgerlichen und socialen Stellung in grellem Widerspruch stehenden oder sonstige Mißdeutungen veranlassenden Stücke aus der bisher üblichen Liturgie in Wegfall zu bringen sucht. Die bitteren Wehklagen über Druck und Verfolgung, die in den mittelalterlichen Zeiten unfern Gebeten eingefügt wurden, waren nur allzusehr begründet und waren zugleich ein mächtiger Trost in den schweren Tagen der Trübsal. Heutzutage aber sind diese Gebetsseufzer eine gar nicht zu rechtfertigende Lüge in unserm Munde; sie sind schnöder Undank gegen Gott, durch dessen väterliches Walten unsere staatlichen Verhältnisse sich freundlicher gestaltet haben; sie sind ein schreiendes Unrecht gegen die Fürsten und Völker, unter welchen und mit welchen wir als Staatsbürger unangefochten unseres väterlichen Glaubens leben können! Was würden wir von einem Menschen halten, der tn seinem heftigen Arankheitsschmerze sich, um Heilung bittend, an Gott wendete, wenn er, trotz der Erhörung seines Gebetes, trotz der eingetretenen Genesung, statt mit Opfer deS DankeS vor Gott zu erscheinen, mit seinen Bitten um Heilung fort und fort den Himmel anstürmen würde? Wir überlassen eS dem einsichtsvollen Leser, unter den mannichfaltigen Prädicaten, dl, einem solchen Menschen gebühren, das zutreffendste auSzu-