Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 9 (September 1859)
- Date
- 1859-09-01
- Page
- – (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3129675-3129743-3129751--2895-3130871- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Rundschau. 301 die unversiegbare Quelle ist, daraus ihnen das höchste Glück und Heil fort und fort zuströmt. Es lernt damit seine Eltern als die Stellvertreter Gottes lieben und verehren. — Das Hände-Auflegen, das das Einströmen der göttlichen Gnaden auf das Haupt des Kindes durch die Vermittlung der Eltern so ansprechend veranschaulicht, ist gewiß ein, auch von den kältesten Verstandesmenschen nicht zu verwerfendes Symbol, um dieser innigen Verbindung zwischen Gott, Eltern und Kind einen angemessenen Ausdruck zu geben. Aber gerade der Sabb ath-Eintritt, womit eine für den berufsthätigen Hausvater wie. für die Wirthschaftsthätige Hausfrau so wohlthuende Pause beginnt, in welcher sie sich der Familie ganz wieder zurückgegeben fühlen und von der Erhabenheit ihres väterlichen und mütterlichen Berufes um so inniger sich durchdringen lassen können, ist ganz geeignet, dieser weihevollen Stimmung durch die Segenertheilung einen entsprechenden Ausdruck zu geben, und so das heilige Band Woche für Woche auf's Neue zu knüpfen, das der Eltern und der Kinder Herzen umschlinget. Gar manches Kind, bei welchem die auf das trefflichste berechnete Ermahnungen erfolglos verhallen, wird gerührt durch-den zwar unhörbaren aber das Kindesgemüth dennoch — und vielleicht gerade in Folge dieser Mystik — mächtig ergreifenden Segen, den Vater und Mutter auf das Haupt ihm legen. Ein Versagen dieses Segens wird es gewiß als die empfindlichste Strafe betrachten, die ihm von Seiten der Eltern zugefügt werden könnte. Ja selbst auf das gegenseitige Verhältniß der Ehegatten wird diese Ceremonie den wohltätigsten Einfluß üben. Denn indem ihnen hierdurch vor die Augen tritt, wie ihre zärtlichsten Empfindungen und Wünsche sich auf dem Haupte geliebler Kinder begegnen, werden sie sich der Innigkeit ihrer Lebensgemeinschaft um so lebhafter bewußt, und dieses Bewußtsein wird gewiß nicht wenig dazu beitragen, etwa vorhandene MißHelligkeiten zu zerstreueu und dem Engel des Friedens eine bleibende Stätte in dem Hase zu bereiten. Im Interesse unseres Familienlebens können wir daher