Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 9 (September 1859)
- Date
- 1859-09-01
- Page
- – (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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RH Die häuslichen Ceremomeu des Judenthums. bathruhe, mit welcher sie genossen werden, erst die rechte Würze verliehen. Was insbesondere das Verbrennen der sogenannten LKaUa betrifft, so kann nach unserer Ansicht, von einem „Feueropfer zum angenehmen Gerüche", wenn demselben auch eine noch so ansprechende Deutung untergelegt wird , darum auch nicht im Entferntesten die Rede sein, weil das Verbrennen in Folge der (levitischen) Unreinheit, die dermalen an Allem haftet, stattfindet. Ja, es dürfte überhaupt schwer fallen, diesen rabbinischen Gebrauch — der sich in letzter Instanz auf die Besorgniß (n5>n rnin NDl'M'n 5t??5? ^2), daß die Lkalla-Vorschrift, wenn sie dermalen nicht geübt würde, bis zur Zeit ihrer eigentlichen Geltung, d. h. bis zur Zeit des wiederaufgebauten Tempels in Vergessenheit gerathen könnte, gründet, — wonach etwas Genießbares vorsätzlich ungenießbar gemacht und damit dem biblischen Verbot: „Du sollst Nichts verderben", thatsächlich entgegengehandelt wird, auch auf dem orthodoxesten Standpunkte zu rechtfertigen. Dagegen vermissen wir unter den besprochenen Ceremo nien des Sabbaths sehr ungerne die Sitte des Segnens (Bendschens) der Kinder durch ihre Eltern. Die Bedeutsamkeit dieser Sitte wurde in frühester Zeit bereits erkannt, und wir begegnen ihr daher schon in der vormosaischen Periode, wie sie da in wichtigen Lebensmomenten geübt wird- Und in der That ist diese Sitte in hohem Grade geeignet, auf das Gemüth der Eltern nicht minder wie auf das Gemüth des Kindes wohlthätig einzuwirken. Jene, indem sie segnen, d. h. von Gott alles leiblich und geistig Gute auf das Haupt ihres Kindes herabflehen, fühlen sich dadurch unwillkürlich aufgefordert, ihre Vater- und Mutterpflichten in einer Weise zu erfüllen, daß der erflehete Segen auch einen geeigneten Lohn finde in dem Herzen des Kindes. Ihr Beruf stellt sich ihnen damit dar als ein religiöser, als ein heiliger von Gott empfangener Auftrag, umgeben von einer Weihe, wie sie des heiligen Auftraggebers würdig ist. Dieses, das Kind, fühlt, wie die Eltern es sind, durch welche ihm die größten Wohlthaten zu Theil werden, wie das Vater- und Mutterher;