Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 9 (September 1859)
- Date
- 1859-09-01
- Page
- – (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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Die häuslichen Teremomen de« JudeuthumS. 299 Koti, der Alles gut macht, dem Genüsse des Augenblickes hin, hoffend, daß Gott auch in Zukunft das Glück erhalten oder das böse Geschick ändern werde. Man fühlt sich durch die heiligende und weihende Kraft der Religion gehoben, gebessert in seinem Wandel, gestärkt in seinen guten Vorsätzen, der Welt und der Sünde ferner, Gott, der Tugend und dem Himmel näher. Darum verkennen diejenigen auch den Sinn derllaälaka, welche diese Ceremonie, wie es vielfach geschieht, ohne Rücksicht auf ihren Zweck und ihre Bedeutung üben und kleine Lichter bei Seite oder gar im andern Zimmer aufstellen, die durch ihre Unbedeuteudheit kein Zeichen geben von der Größe des strahlenden Glückes, welches der Eintritt und die fromme Feier des Sabbaths erzeugt. __________- Nachschrift der Nedaction. Wir unsrerseits müssen gestehen, daß wir in dem (Ükalla- Namen ebensowenig wie in dem Datscher-Backen — Beides ist bekanntlich durchaus nicht immer verbunden — das Symbol einer priesterlichen Function der Hausfrau zu erblicken vermögen. Nach unserer nüchternen Anschauung erscheint dieses Sabbathbrod darum selbst in solchen Familien, die sich über viel wichtigere Ceremonien hinwegzusetzen Pflegen, weil es eben — ein äußerst schmackhaft zubereitetes Brod ist. Es theilt diesen Vorzug mit noch andern Sabbathspeisen, die deshalb auch auf die Geruchs- und Geschmacksnerven unsrer Apostaten eine ähnliche Wirkung haben sollen, wie der Kuhreigen auf den in der Fremde befindlichen Schweizer. Diese, wenn auch ganz materielle, Auszeichnung des Sabbaths durch einen bessern Tisch entspricht ganz der jüdischen Auffassungsweise des Sabbaths. Nur wird, nach der treffenden Bemerkung unserer alten Weisen: -mn *)ivV auch den vorzüglichsten Gerichten durch die Freiheit von den werktägigen Berufssorgen, durch die behagliche Sab- *) Sekadk. 119, d. u. a. a. O.