Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 9 (September 1859)
- Date
- 1859-09-01
- Page
- – (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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296 . Die häuslichen Ceremouieu des JudeuthumS. Sünde so nahe steht. In dieser Ceremonie ist dem Sabdüth eine dritte Bedeutung vindicirt: Hindeutung auf die Ruhe des Jenseits und den paradiesischen Frieden des Himmels in Seligkeit und Geistesgenuß, wovon der Sabbath überhaupt und diese Mahlzeit besonders den symbolischen Vorgeschmack bieten soll. Wegen dieser transcendentalen Beziehungen ist es erklärlich, daß sich besonders auch die Kabbalah mit ihren Zeremonien dieses Theils der Sabbathandacht bemächtigt hat. Der materielle Leibesgenuß ist bei dieser Mahlzeit unterge-" ordneter ArK 3. Saälakak, das Anzünden de?^ Lichter. Das Judenthum ist eine Religion des Lichts. Licht weiht den Sabbath beim Beginne, Licht weiht die Woche beim Ausgange des Sabbaths ein. Die Ceremonie der Haätaka ist nicht bloß deßhalb geboten und eingeführt, weil das Umgehen mit Feuer und Licht am Sabbach verboten ist. Warum wäre sie dann zunächst den Frauen übertragen? Vielmehr soll diese Ceremonie als Zeichen für die Vollendung oder doch Einstellung der häuslichen Arbeit gelten und dienen, als Zeichen, daß man bereit sei, den Sabbath zu empfangen, und als Mittel gleichzeitig, dies in würdiger Weise zu thun. Es ist Abend. Ein schön erleuchtetes Zimmer gehört da nicht blos zur Behaglichkeit und zur Erhöhung der Freude, sondern drücket sichtlich dem Zimmer einen festlichen Charakter auf uud erzeugt auch eine solche Stimmung in dessen Bewohnern. L^llaka schreibt demnach nicht bloß das Anzünden der Lichter, sondern die festliche Erleuchtung des Zimmers für den Sabbath vor. Also wiederum eine Ceremonie des Hauses, und mit Recht ist sie den Frauen übertragen. Man muß es selbst empfunden haben/ welcher Unterschied der Stimmung kurz vorher noch dem Menschen innewohnte bei dem geschäftigen Treiben des Hauses ^- und nun bei der Rückkehr aus der Synagoge und dem Eintritt in das festlich erleuchtete Zimmer, zu den festlich geschmückten Hausgenossen nnd dem festlich gezierten Tisch. Man fühlt sich durch die tröstende und stärkende Kraft der Religion wie mit Einem Male der werkthätigen Arbeiten und weltlichen Sorgen überhoben, und gibt sich im religiösen Vertrauen auf