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Der israelitische Volkslehrer · 1859-09-01 · Heft 9 (September 1859) · page 29

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
8 (1859)
Issue
Heft 9 (September 1859)
Date
1859-09-01
Page
– (sequence 29)
Language
German
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Die häuslichen Ceremouien des JudenthnmS. 297 zemüthliche Feier des Sabbathtages an dem Abende fort, daher gilt den Frauen, welche wohl weniger durch die geschäftliche Notwendigkeit zur Arbeit gezwungen werden und überhaupt sich mehr an die gemüthliche Seite des religiösen Lebens anschließen , die Arbeit am Abende des Sadbathtages, ähnlich wie am Tage selbst ^, nock als verboten. Man strebte also, auch der Mahlzeit dieses Abends den erhöhten, sabbathlichen Charakter zu bewahren. Es sollte darin gleichzeitig ein Trost liegen, der Gedanke nämlich, daß mit den Plackereien der Woche noch nicht alle Aussicht auf Erhaltung und Wiederkehr eines genußreichen Lebens geschwunden sei. Daher die Wohlgerüche eine symbolische Charakterisirung der Mahlzeit als eine orientalisch-luxuriöse. Auch die Bezeichnung dieser Abendmahlzeit als 'ii^ (Abschiedsmahlzeit der Königin- Sabbath) beweist, daß dieselbe einen erhöhten, festtagigen Charakter haben solle. Daß jedoch bei allen diesen Ceremonien das Hauptmoment auf die moralische Hebung und sittliche Heiligung des Lebens zu legen ist, beweist der Inhalt des iirmin TMtt-Gebets für die Lnväalak, worin es heißt: „Unser Jäter, unser König, gib, daß die kommenden Tage uns werden Tage des Friedens, fern von jeglicher Sünde, frei von allem Fehl ud der Furcht vor Dir nur zugethan." Zum Beweise noch, daß religiöse Ideen nacb orientalischreligiöser Anschauung und Sitte auch im Judenthum gern an Mahlzeiten geknüpft werden — (die Muhamedaner schildern die Paradiesesfreuden unter dem Bilde einer Mahlzeit; einen Anklang davon gibt auch das Gericht des Levjathan bei jener Mahlzeit) wie zum Beweise überhaupt dafür, daß wie sehr das Iudenthum die Andacht des Hauses pflegt und pflegen mußte nach dem Untergang des Tempel- und bei der oft schwierigen Einweihung und Erhaltung eines Synagogalgottesdienstes, diene auch die vorgeschriebene dritte Mahlzeit am Sabbath (linixo'v). Der Zweck für die Einrichtung dieser Ceremonie war, die Zeit zwischen und mit religiösen Andachtsübungen auszufüllen, anstatt sie, wozu die Zeit so geeignet erscheint, mit leerem Geschwätz oder ausschließlich weltlichen Vergnügungen zuzubringen, wodurch der Mensch der

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