Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 9 (September 1859)
- Date
- 1859-09-01
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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Die häuslichen Teremomen des Judenthums. S95 den Sabbath, an welchem wir in frommer Weise ruhey und uns ausschließlich seinem Gesetze und seinem Dienste weihen, mit segnen werde. z. Nääusek und Laväalak. Die erste Ceremonie ist bestimmt zur Weihe des Tages beim EinKitt des Sabbaths und der Feste, die zweite zur Heiligung der Woche*) beim Ausgang derselben. Es muß hervorgehoben werden, daß beide Ceremonien zunächst der häuslichen Andacht angehören und für diese angeordnet worden sind. Sie sind zwar auch später dem Synagogalritus einverleibt worden, aber doch eigentlich nur für die Fremden, welche zur Zeit des Hauses und eigenen Herdes entbehren. Die Einheimischen bleiben für kiääusek llndLaväalaK verpflichtet, obgleich sie der Uebnng dieser Ceremonien in der Synagoge beigewohnt haben. Beide Ceremonien find für den Tisch bestimmt, um welchen sich die sonst gewöhnlich in Folge häuslicher oder geschäftlicher Arbeiten zerstreute Familie wieder gesammelt und vereinigt hat. Der Hausherr zilt da gleichsam wieder als Priester und der Tisch als der Altar des Herrn. Die betreffenden Gebete für X. und Ll. werden über Wein gesprochen, der eine Auszeichnung der Sabbathmahlzeit bilden soll, aber ohnedies, namentlich im Orient, die Getränke der Mahlzeit repräsentirt, wie Brod bei der Mozi-Benediction die Speisen. Wein und Brod stellen somit die Mahlzeit symbolisch dar. Wohl mehr den Verhältnissen der Zeit und der Länder nachgebend, hat man später für S. auch andere Getränke neben dem Wein gestattet und selbst für die L.-Ceremonie den Vortrag der betreffenden Gebete beim Sabbathbrode erlaubt. In dem X.-Gebete wird Gott für die Gnade gedankt, womit er für uns die wohlthätige und heilspendende Einrichtung des Sabbaths getroffen hat und auf die doppelte Bedeutung hingewiesen, welche dem Sabbath in seiner Beziehung zur Schöpfung der Welt, wie zur Erlösung Israels lnwohnt. Im S.-Gebete ist der Beruf Israels hervorgehoben, em heiliges Leben zu führen und sich dadurch von den übrigen *) Vielmehr den Unterschied (lekadäil) zwischen Sabbath und koche zum Bewußtsein zu bringen. — L. S.