Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 9 (September 1859)
- Date
- 1859-09-01
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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S94 Die häuslichen Ceremonien des Iudentbums. schieden war, oder daß man für den Sabbath gleichzeitig auch mit Suck; genug, für den Sabbath blieb es Sitte, rituelles Brod zu essen, von welchem die Priestergabe abgeschieden worden. Dies ist die gesetzliche Seite der Sache. Wir lieben es nicht, den Ceremonien Bedeutungen zu vindiciren, welche sie ursprünglich nicht haben. Wenn daher die Ceremonien der Challah, welche in gesetzlicher Hinsicht eben nur noch eine fromme Sitte, aber keine Vorschrift mehr ist, für unsre Zeit eine Bedeutung hat, so ist es die symbolische Erinnerung, welche damit am Ende der Woche und am Schlüsse des gewerblichen, materiellen Ringens und Strebens mit dem Eintritt des Sabbaths dem Menschen zugerufen wird: Opfere auch von deinem Erwerbe und dem Segen, den dir Gott gegeben, zu heiligen Zwecken! Bedenke: „Nicht von Brod allein lebt der Mensch!" Nicht genug, daß du deine Arbeit einstellest, ruhest und genießest und so den Sabbath feierst. Außer dieser negativen Heiligung des Menschen ist auch eine positive nöthig durch Vollführung frommer Werke. Dazu bereite Herz und Sinn am Sabbath vor und weihe und heilige, stärke und kräftige dich dafür. Und es ist auch recht, daß die Frau, die Wirthschafterin des Hauses, die den ruhigen und behäbigen Genuß des Sabbaths im Hause vermittelt und bereitet, dem Manne mit der Challah, der Priesterhebe in der Hand zuruft: „Mann, bedenke inmitten deines rastlosen und egoistischen Strebens nach materiellem Gewinn und Genuß, daß nicht von Brod allein der Mensch lebt, gib, opfere auch von dem Erwerbe deiner Hand und dem Segen dieser Woche für heilige Zwecke!" Es ist recht, daß die Frau dem Manne solches zuruft und somit zur Begründerin und Bewahrerin des religiösen Lebens im Innern des Hauses wird, daß sie die Priesterin am Tische und Herde des Hauses ist, wo sie Gott ein „Feueropfer" darbringt „zum angenehmen Gerüche," d. h. heilige Opfer veranlaßt zum Wohlgefallen vor Gott. Das doppelte Sabbathbrod ist eine Erinnerung an die doppelte Mannagabe, die Gott am sechsten Tage für den Sabbath mitgab, zur Stärkung dieses Vertrauens, daß er auch jetzt noch in gleicher Weise unser Streben in der Woche für