Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 9 (September 1859)
- Date
- 1859-09-01
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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292 Die häuslichen Teremonien des Judenthums. j>N religiöse Jndifferentismus unserer Zeit, nicht so sehr daher, daß in den Schulen nicht genug Judenthum gelehrt, in den Synagogen es nicht eifrig genug gepredigt werde, — es lebt sogar noch ein großer Theil der älteren Generation,"dem die Kenntniß des Judenthums noch nicht ganz abhanden gekommen, der aber dennoch in gleicher Weise indifferent ist,— sondern daher, daß die Religion des Judenthums in den Häusern nicht gepflegt wird, die Ceremonien gar nicht oder nur gedankenlos geübt werden. Es ist im Allgemeinen unmöglich, nach alter Weise der Tageszeit dem Torastudium zu widmen. Man ist den ganzen Tag und die ganze Woche materiell beschäftigt. Daher ist der Sabbath in unsrer Zeit fast der einzige Träger, die Säule des Judenthums geworden. Es ist daher kein Wunder, daß das Judenthum aus den Häusern entwichen, das religiöse Leben da entflohen ist, wo kein Sabbath mehr gefeiert wird. Will man also wieder Judenthum und religiöses Leben in die Häuser Israels zurückrufen, so sorge man wieder für eine fromme Sabbathfeier, mache diese recht genießbar und erquicklich, aber auch recht fruchtbar und einflußreich. Dafür wollen wir heute von den Ceremonien des Sabbaths reden. 1. Lkallak, auch Llrekas und l'aäsellr^) genannt, nach Sprüche Salomo's 10, 22: Vu-ekas ^äonai Iii w^ekir, d.i. *) Die Erklärung: Laäseker für „teutsches" Brod im Gegensatz zum Franz- (französischen) Brode ist mir nicht fremd, aber ihre Richtigkeit nicht wahrscheinlich. Denn die „längliche" Form, und das auf dem Heike „bart"gebackene Brod, wie es bei den Sabbathbroden üblich, ist gerade französische Backweise und Auszeichnung des Franzbrodes, während das deutsche Brod, ursprüglich ..rund" und »weich" gebacken ward, wovon auch der Name „Weck." An der deutsch-belgischen (wälschen, flämischen) Gränze wird dieses deutsche Brod „Schermel," eigentlich „Schermen" genannt, d. i. Aermaiu (germanisch).* * Nach einer andern Vermuthung soll der Ausdruck „Datscher" von "NZNV '»l (genügendes Maß um den CuaNa-Segenspruch zu sprechen) abzuleiten sein. Die einfachste und darum gewiß richtigste Erklärung ist aber die, daß, nach Grimm mit dem Worte „datsch" früher eine besondere Art Mehlspeise in Süddeutschland bezeichnet wurde; woher es auch Ummt, daß dieser Ausdruck g^adeÄ dieser Gegend gang und gäbe ist. S-d.