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Der israelitische Volkslehrer · 1859-09-01 · Heft 9 (September 1859) · page 22

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
8 (1859)
Issue
Heft 9 (September 1859)
Date
1859-09-01
Page
– (sequence 22)
Language
German
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290 Die häuslichen Ceremonien des IudenthumS. S1. Die häuslichen Ceremomm des Judenthums. ' («gl. Bolkslehrer VII. 41.) Sie Ceremonie des Sabbaths. (Bon vr. Rothschild.) Es war so unrecht nicht, daß in der alten Zeit immer auf (Tora-) „Lernen" gedrungen wurde. Denn die Religion des Judenthums, wenn man sie kennt, empfiehlt sich von selbst.! Unkenntniß und Verkennung haben von jeher bei den Andersgläubigen, und seit der neuern Zeit auch in Israel selbst, dem Judenthum am meisten geschadet. Man „lerne die Tora," sagten die Alten, um den Inhalt der Religionslehren zu ken nen, man lerne die Tora und Wiederbole sie, um den Inhalt derselben nicht zu vergessen, man lerne die Tora — aus ihr selbst und den sie erläuternden heiligen Schriften, um die Tiefe ihres Inhalts zu ergründen,—und man wird sie üben. Das Torastudium in alter Weise ist nicht mehr zu erzielen. Aber dafür ist in anderer Weise eine Masse jüdischen Wissens unter das Volk zu bringen. Die Erneuerung jüdischen Wissens wird am besten der gesunkenen Religiosität aufhelfen, da sie durch die Vernachlässigung und das Abhandenkommen desselben fast geschwunden ist. Was auf dem Felde jüdischen Wissens besonders angebaut werden muß, dazu geHort auch die Kenntniß von der Bedeutung der häuslichen Ceremonien des Judenthums, nicht bloß, damit die Bedeutung gewußt, soir dern auch, damit die Ceremonien geübt werden, denn diese greifen tief ein in die gemüthliche Seite des religiösen Lebens, welche zu pflegen besondere Aufgabe dieser Blatter ist. Es ist gerade ein Princip des Judenthums, die Pflege der Religion nicht auf Schule und Synagoge zu beschränken, sondern diese auch und hauptsächlich dem Hause mit zu überweisen. Nicht bloß die Uebung von Ceremonien, sondern sogar das Torastudium ist dem Hause mit überwiesen. Daraus erklärt'sich die ehemalige Beschränkung des öffentlichen Gottesdienstes auf Einen Tempel, und darum konnte in diesem Tempel der Cultus hauptsächlich nur ein ceremonieller, symboli-

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