Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 9 (September 1859)
- Date
- 1859-09-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Zeichen der Gegenwart. offenbaren Unsinn vermuthen? Wir wollen einen Versuch, dies Räthsel der Chartunüm auszulegen, wagen; wer>s besser versteht, belehre uns! Die jesuitische Zeitschrift ist, ihrer ganzen Anlage und Tendenz nach, eine katholische, ich meine: Eine für Alle bestimmte. Beweis: Sie verschmäht auch den Roman mit allem Zubehör von Liebesabenteuer und Libertinage nicht; ein solcher aber gehört für's größere Publicum. Wenn nun dies romanlesende Publicum jenen Kritzkratz sieht, so steht es ein Weilchen still, in sicherm gutem Glauben, ein wunderbares Werk von Gelehrsamkeit vor sich zu haben; denn einem Verdacht kann es gegen so ehrwürdige Väter keinen Raum geben. So sind und bleiben dann jene unzähligen Leser des „vielköpfigen Monstrums" gläubige Bewunderer der Jesuiten, uud ersticken fast vor Ehrfurcht. Wer von ihnen wird die Wahrheit gewahr, oder auch ihr trauen? Die erste und Hauptabsicht der modernen Cbartumim wäre damit erreicht; mit schlechtem Mittel zwar, jedoch zu einem frommen Werk, durch die xia ü-aus! Ferner haben wir darauf hinzuweisen, daß es den guten Leuten einzig darauf ankommt, daß ihre röm. katholische Kirche aufrecht erhalten und ihre Alleinherrschaft verbreitet werde. Ihr soll mit wr alten Macht auch der alte Glanz wieder erworben werden. Ihre Institute können daher nicht genug gepriesen und aufrecht erhalten werden. Ein geeignetes Mittel dazu ist aber dieß, daß man ihnen die Würde eines hohen Alterthumes, was etwa einer Begründung in der Menschheit selbst nahe kommt, beizulegen sucht. — Ein Hauptinstitut ist nun aber dasjenige, das die Einheit der Kirche bewirkt und erhält, die Errichtung des ^Laer^ni oKeinin"^ dessen letzte und Hauptmacht in Verbrennungsprozessen, nach der bekannten hippokratiscM Klimax, besteht. Dieß als ein uralt-ehrwürdiges darzustellen, ist wohl am geeignetsten, ihm die Seelen aller gläubigen Ketzerfresser zuzuwenden. Diese Absicht aber leuchtet deutlichst aus jener Interpretation des Jesuiten hervor, indem er auch den italischen Urbewohnern, dem großen untergegangenen Hetruskervolke, die edle Sitte, ihre Feinde ihrem Gotte zu Ehren zu verbrennen, wie es einst die Kanaa-